Die Srequenz der Schule. 147
ohne Rückwirkung. Bei der geringen Sahl höoherer Lehranſtalten, die es damals Srankfurt gab, bei dem wohlbegründeten Ruf der Schule ſteigerte ſich die Sahl der Anmeldungen derart, daß nur ein kleiner Teil Berückſichtigung finden konnte. Ihre größte Srequenz erreichte die Schule im Jahre 1877; damals beſuchten die Realſchule 322, die Vorſchule 167 Schuler, die Maädchenſchule zählte 385 Schülerinnen. In der Realſchule wie in der Vorſchule blieb die Hahl, trotzdem die Stadt 1876 eine Reihe höherer und mittlerer Schulen eröffnete, in den nächſten Jahren bis zum Jahre 1883 auf annähernd gleicher Hoöhe, die Sahl der Schülerinnen verminderte ſich dagegen infolge der Eröffnung der Eliſabethen⸗ ſchule, Humboldtſchule und Petersſchule von Jahr zu Jahr. Vom Jahre 1883 ab macht ſich ein Sinken der Srequenz auch bei der Real⸗ und Vorſchule be⸗ merkbar; 10 Jahre ſpäter, im Jahre 1893, zählt die Realſchule nur noch 265, die Vorſchule 126 Schüler, in der Mädchenſchule erhalten noch 205 Schülerinnen — 180 weniger als 1877— Unterricht. Das letzte Jahrzehnt brachte ein weiteres Herabgehen der Srequenz bis auf 207 Schuler in der Realſchule, 90 in der Vorſchule und 157 in der Wädchenſchule im Jahre 1902; erſt im letzten Schul⸗ jahr zeigt die Vorſchule wieder eine Sunahme um 14 Schüler und die Mädchen⸗ ſchule um 16 Schülerinnen.
Urſachen des Rückganges in der Srequenz.
Die Urſachen dieſer ſtarken Verminderung der Srequenz— bei der Real⸗ ſchule um ½¼, bei der Vorſchule und höheren Mädchenſchule um die Hälfte der früheren Sahl— liegen außer in der Neubegründung von ſtädtiſchen Anſtalten vor allem in der Verſchiebung der Wohnungsverhältniſſe, die ſchon in den ſiebziger, namentlich aber ſeit den achtziger Jahren vornehmlich bei demjenigen Ceil der Bevolkerung eintrat, aus dem ſich das Schülermaterial unſerer Anſtalt zuſammenſetzte. Zahlreiche Samilien, die bisher in der Nähe der Schule ihren Wohnſitz hatten, zogen nach Bebauung des Weſtends bezw. Nordweſtends in dieſe Gegend, wo ſie, fern von dem Geräuſch der inneren Stadt, in neuen, den Anſprüchen der Zeit gemäß gebauten Häuſern größere Behaglichkeit und beſſere geſundheitliche Bedingungen fanden. Die Schule folgte dieſem modernen Sug nach dem Wweſten nicht und blieb an ihrem alten Platze; infolgedeſſen hielten es bald viele Eltern für unmöglich, ihre Kinder in der Anſtalt zu laſſen oder ſchulpflichtig werdende Kinder ihr anzuvertrauen; denn abgeſehen von der großen räumlichen Entfernung führt der Weg von den neuen Stadtteilen zur Schule gerade durch die verkehrsreichſten Straßen der Stadt, und die Verbindung zwiſchen der Anſtalt und dem Weſten durch die Straßenbahn iſt bis auf den heutigen Tag mangelhaft geblieben. In die neuen Stadtteile wurden zudem gerade diejenigen Schulen gelegt, die ihren Lehrplan nach dem Srankfurter Syſtem geſtalteten und einen gemeinſamen Unterbau für die verſchiedenen Schularten aufwieſen; dadurch wurde den bisher im Philanthropin ausgebildeten Kindern der Eintritt in die nahe gelegenen Schulen weſentlich erleichtert und vollzog ſich in den meiſten Sällen ohne jeden Seitverluſt.
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