Aufsatz 
Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Frankfurt am Main 1804-1904. Von Direktor a.D. Dr. Hermann Baerwald und Dir. Salo Adler
Entstehung
Einzelbild herunterladen

110 Direktor Dr. Stern und ſeine Seit.

haben ihm ein Denkmal errichtet, das, von dem Bildhauer von der Launitz ge⸗ ſchaffen, mitten in unſerem Schulgarten ſich erhebt und der Nachwelt Kunde gibt von dem um unſere Schule am meiſten verdienten Lehrer und Sührer.*)

Von den bei Sterns Amtsantritt tätigen Lehrern ſchieden durch Cod aus: Löb Presburger am 12. Januar 1859. Bernhard Schlöſſer am 7. September 1859, Simſon Weil am 2. April 1860, Dr. Iſaak II. Joſt am 20. November 1860, Sräulein Roſalie Schuſter am 22. Hovember 1860, Dr. Heinrich Bier, ſchon 1857 wegen Krankheit zurückgetreten, am 6. Mai 1862, Heinrich Hecht am 11. Oktober 1865. Penſioniert wurden: Descostes 1863, Beer und Kéville 1864. Außerdem ſchieden zu jener Seit aus dem Lehrerkollegium Karoline Adler 1855, der Rechenlehrer Beifus(ſeit 1854) und der Lehrer des Engliſchen Kuper(eingetr. 1852) 1856, der Schreiblehrer Junker(an der Schule ſeit 1852) 1858, Srau Agathe Beer 1863(1868 wieder eingetreten).

Gleich 1856 gewann die Schule an Iſaak Blum eine friſche, anregende Lehrkraft, einen Mann, der, treu im Schuldienſt, eifrig in fortſchreitender wiſſen⸗ ſchaftlicher Tätigkeit, von dem Unterricht in der unterſten Klaſſe ausgehend ſich zu einem der tüchtigſten Lehrer emporarbeitete.

Am 1. Mai 1858 trat Dr. LCudwig Oelsner in das Lehrerkollegium ein. Er war der erſte pro facultate docendi geprüfte Lehrer an unſerer Schule. Ein gründlich geſchulter, unabläſſig wiſſenſchaftlich tätiger Hiſtoriker, ein vielſeitig gebildeter Mann von ungewöhnlicher Lehrbegabung und großer pflichttreue, hat er bis zu ſeinem am 1. Juni 1868 erfolgten Rücktritt überaus ſegensreich an der Schule gewirkt.

An die Stelle des 1859 verſtorbenen Seichenlehrers Bernhard Schloſſer trat in der Knabenſchule ſein Sohn Julius Schlöſſer, in der Mädchenſchule der Mlaler Herz, für welchen ſeit 1861 Sräulein Dilthey als Seichenlehrerin eintrat. Schlöſſer legte mit dem Ende des Jahres 1866 ſein Amt nieder, ihm folgte Alexander Stix.

1861 kam an die Stelle von Joſt Lazarus Geiger, ein durch ſeine Gelehrſamkeit und den Adel ſeiner Perſönlichkeit ausgezeichneter Sprachforſcher, der der Schule leider ſchon am 29. Auguſt 1870 durch einen vorzeitigen Cod entriſſen wurde.**)

Rur vorübergehend war die Lehrtätigkeit des 1861 eingetretenen Dr. Serdinand Hornſtein. Auch die Cätigkeit des Lehrers Couis Burgin aus Vevey, der 1861 den franzöſiſchen Unterricht in den oberen Klaſſen der Knabenſchule übernahm, war von kurzer Dauer; ſchon 1868 ſtarb er nach langer Krankheit.

*) Eine lebensvolle Marmorbüſte von Heß hat im Auftrage eines Condoner Sreundes der hieſige Bildhauer Herr Sranz Krüger im Srühjahr 1890 geſchaffen. *) Seinem Andenken iſt die Abhandlung des programms vom Jahre 1871 gewidmet.