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Glaubensgenoſſen in vaterländiſchem Sinne einzuwirken und ſie von aller Ein⸗ ſeitigkeit der abgeſchiedenen Erziehung zu befreien. Schon früh faßte er den Plan zu ſeiner 1820— 1828 in neun Bänden erſchienenen„Geſchichte der Iſraeliten“. 1816 übernahm er eine bis dahin von Bock geleitete jüdiſche Privatſchule in Berlin, welcher er bis zu ſeiner Berufung nach Srankfurt vorſtand.
Am 1. Juli 1835 trat er an unſerer Schule ein. Hier hat er bis zu ſeinem am 20. November 1860 erfolgten Hinſcheiden fünfundzwanzig Jahre als Lehrer und Prediger im Andachtſaale, vor allem durch den Adel ſeiner perſonlich⸗ keit, überaus ſegensreich gewirkt. Als einer der unermüdlich tätigſten und berühmteſten jüdiſchen Gelehrten des 19. Jahrhunderts hat er das Anſehen unſerer Schule erhöht. Eine Würdigung ſeiner wiſſenſchaftlichen Arbeiten gehort nicht in den Rahmen unſerer Aufgabe. Ein anderes aber muß hier hervorgehoben werden. Durch ſein ganzes Leben begleitete Joſt die Dankbarkeit für die Samſonſchule in Wwolfenbüttel und ſeinen Lehrer Ehrenberg, und früh hatte er ſich gelobt, ſich verwaiſter, armer Kinder anzunehmen. Dieſes Gelübde hat er erfüllt. Er hat hier 1847 den Ifraelitiſchen Srauen⸗Verein und mit deſſen Hilfe ein Mädchen⸗Waiſenhaus gegründet. Er hat dafür ein Grundſtück erworben, ein Haus gebaut und eingeweiht; die Sürſorge für dieſe Anſtalt hat den Abend ſeines Lebens erhellt. Dort, in dieſem Kauſe, das inzwiſchen erweitert worden iſt und zur Aufnahme von 30 armen, verwaiſten iſraelitiſchen Mädchen ausreicht, und in welchem ſeitdem 160 Kinder zu allem Guten erzogen und angeleitet worden ſind, lebt ſein Andenken fort. Seine Schöpfung hat hier Anregung und Beiſpiel zur Gruͤndung einer zweiten„Ifraelitiſchen Waiſenanſtalt“ gegeben, die ſich reich entfaltet hat, ſowie zu der hier ſeit 1875 im ſtillen ſegensreich wirkenden„Siegmund Sternſchen Waiſenſtiftung“., von dem jüdiſchen Philan⸗ thropin und unſerer aus ihm hervorgegangenen Realſchule iſt eine Belebung des Wohltätigkeitsſinnes für Kulturzwecke ausgegangen, die zur Gründung einer großen Zahl milder Stiftungen für Schulunterricht, Beföoörderung des Handwerks und wiſſenſchaftlicher Studien geführt hat: Iſaak Marcus Joſt hat nach dieſer Richtung das Beſte geleiſtet. Seine Bibliothek hat er teſtamentariſch der Stadt⸗ bibliothek vermacht.
Creizenachs Nachfolger als Prediger und Religionslehrer war Dr. Jakob Auerbach(Cehrer an unſerer Schule 1843— 1879), ein durch philoſophiſche und theologiſche Gelehrſamkeit ausgezeichneter, ſelbſtändig denkender, hohen Iealen nachſtrebender Lehrer. Durch ſeine mit feinem Sinn, pädagogiſchem Takt und großer Sorgſamkeit bearbeitete Schul⸗ und Hausbibel hat er ſich um den jüdiſchen Religionsunterricht an unſerer Schule und überhaupt ein bleibendes Verdienſt erworben(ſiehe Programm 1888, Seite XXVII und 20).
Als Lehrer des Hebräiſchen war Lob(ſpäater Ceopold) Michael Presburger 1809 aushilfsweiſe, ſeit 1811 als ordentlicher Lehrer, in den unteren und mittleren Klaſſen der Schule beſchäftigt; 1838 ließ er auch ein Elementarbuch des Hebräiſchen erſcheinen. Er widmete ſich ſeinem Berufe mit


