90 Schulfeſte. Das Schulhaus.
20. Schulfeſte.
Als ſtehendes Schulfeſt wurde der 18. Oktober, der Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, ſeit 1814 lange Jahre begangen. An ſeine Stelle trat 1871 die Seier des Sedantages. Seit 1867 kam die Seier von Königs⸗Geburtstag hinzu.
Am 12. September 1829 wurde Mendelsſohns hundertjähriger Geburtstag durch eine Rede über ſeine verdienſte begangen. Der Gemeindevorſtand leiſtete damals einen anſehnlichen Beitrag zur Mendelsſohn⸗Stiftung in Deſſau.*) An der ſolennen Seier der Erfindung der Buchdruckerkunſt im Auguſt 1840 nahm die Schule teil. Aus dieſem Anlaß ſtiftete der Maler Moritz Oppenheim eine künſtleriſch wertvolle Schulfahne. Am 12. Januar 1846 beteiligten ſich die Cehrer an der Seier von Peſtalozzis hundertjährigem Geburtstage. 1859 wurde Schillers hundertjähriger Geburtstag gefeiert. Über die Schulfeſtlichkeiten der Zeit nach 1868 wird weiter unten berichtet werden.
21. Das Schulhaus.
Das erſte Schullokal war im Spritzenhaus am Wollgraben Ur. 14. Im ſovember 1804 wurde das Philanthropin nach dem Römiſchen Koönig in der Aller⸗ heiligengaſſe verlegt, ſeit 1806 war die Schule in der Schäfergaſſe Ir. 34 bei Straub. Seit Dezember 1810 war das Räßingſche Haus in der Predigergaſſe Lit. A Hr. 55, gegenüber dem Kompoſtell, gemietet. Auguſt 1813 wurde das Kompoſtell be⸗ zogen, nachdem ſchon vorher einige Räume desſelben mietweiſe benutzt worden waren. Von 1838 bis 1845 war die Volksſchule in dem nebenan gelegenen, wilhelm Speyer gehörigen Hauſe untergebracht. Im Kompoſtell verblieb die Schule bis zum 13. November 1845. An dieſem Tage wurde das vom Vorſtand der iſraelitiſchen Gemeinde 1843— 45 durch den Baumeiſter Opfermann von Mainz erbaute jetzige Schulhaus, Rechneigrabenſtraße 14/16, damals das ſchönſte Schulhaus der Stadt, bezogen.(S. Progr. der Schule 1846 S. 16 ff.) Zur Er⸗ innerung an die Einweihung des neuen Schulgebäudes wurde 1845 von Bernhard Dondorf(Doctor), einem ehemaligen Schüler, ein lithographiertes Gedenkblatt herausgegeben.
In den Jahren 1881 und 1882 wurde an Stelle der. bisherigen, 1860 vollendeten Turnhalle das Gebäude aufgeführt, welches jetzt die Turnhalle und die Vorſchule ſowie die Direktorwohnung enthält, und am 7. Auguſt 1882 ein⸗ geweiht; es iſt von dem Architekten S. Kuznitzky unter Aufſicht der Herren Stadt⸗ baurat Behnke und Architekt Ludwig erbaut.(Programm 1883, S. 26 und 27).
*) Siehe Zunz, Geſammelte Schriften II, Seite 115.


