Aufsatz 
Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Frankfurt am Main 1804-1904. Von Direktor a.D. Dr. Hermann Baerwald und Dir. Salo Adler
Entstehung
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80 Die Spielanſtalt.

Rach einem Monat beſuchten ſchon etwa 20 Kinder die Kleinkinderſchule. Der Schulrat ſtattete am 2. Dezember 1839. Sröbel ſeinen Dank ab für die Auf⸗ nahme Hochſtädters und berichtete über den gedeihlichen Anfang der Spielanſtalt, an der Sröbel auch ſpäter noch reges Intereſſe nahm. Am 21. Mlai 1840 gab der Schulrat, da die Anſtalt Dauer zu haben ſchien, dem Gemeindevorſtand offizielle Kunde von ihrem Beſtehen und bat darum, der Gemeindevorſtand möge ihre Genehmigung bei der Gemiſchten Kirchen⸗ und Schulkommiſſion erwirken.

Die Kirchen⸗ und Schulkommiſſion berichtete dem Senat, und dieſer er⸗ mächtigte die Kommiſſion, die Anſtalt zu genehmigen, inſofern ſie ſich von deren Sweckmäßigkeit durch vorlegung des planes und Prüfung der Methode über⸗ zeugt habe. Im September 1840 wurde der Plan eingereicht. Über ſeine Genehmigung findet ſich in den Akten der Schule keine Angabe.

Schon im Juli 1841 waren nur noch 13 Kinder in der Spielanſtalt, und Heß, deſſen Begeiſterung in dieſem Salle raſch abgekühlt war— Hochſtädter war ſchwer krank und ſtarb am 30. Juli 1841—, beantragte ihre Aufhebung, die der Schulrat dann auch am 4. Auguſt beſchloß. Mit dem 1. Oktober 1841 hörte die Spielanſtalt zu beſtehen auf.

13. Die Beaufſichtigung der häuslichen Arbeiten.

Schon frühe bürgerte ſich an der Schule der Brauch ein, daß Lehrer, um ihr geringes Einkommen zu erhöhen, Schüler ins Haus nahmen und gegen Entgelt ihre Schularbeiten beaufſichtigten. Seit den zwanziger Jahren florierten mehrere ſogenannte Halbpenſionen, wo die Schüler in ihrer ſchulfreien Seit weilten und ihre Hausarbeiten erledigten; ihre Inhaber kamen zu Wohlſtand und waren mehrfach genötigt, größere Räume für die Halbpenſion zu kaufen oder zu mieten. Im Jahre 1844 ſah Heß ſich veranlaßt, in der Einladungs⸗ ſchrift zur Prüfung(S. 8) vor allzu weitgehender häuslicher Nachhülfe zu warnen und die ſittliche Gefahr hervorzuheben, die darin liege, daß dem Schüler bei einer Arbeit, die er ohne Hilfe machen ſolle, geholfen werde und er nun das Erzeugnis eines andern für ſeine Arbeit ausgebe; auch werde der Lehrer dadurch zu einer unrichtigen Schätzung der Sähigkeiten des Schülers verleitet. Im Jahre 1847 wandten ſich 53 Gemeindemitglieder an den Schulrat mit dem Geſuch, im Anſchluß an die Schule eine Beaufſichtigungsanſtalt für die häuslichen Arbeiten zu errichten, wie eine ſolche an der Muſterſchule ſchon lange Jahre beſtand und 1842 ein Regulativ erhalten hatte(die Anſtalt der Muſterſchule beaufſichtigte ihre Zöglinge auch bei Spaziergängen, Spielen u. ſ. w.). Sie führten zur Be⸗ gründung ihres Geſuchs u. a. an, daß tatſächlich doch ſchon die Mehrheit der Schüler die teueren, von Lehrern der Schule gehaltenen Beaufſichtigungsanſtalten beſuche. Der Schulrat lehnte das Geſuch ab. Zur Rechtfertigung dieſes Ent⸗ ſchluſſes verbreitete ſich Heß in der Einladungsſchrift von 1849 über„Die Aufſicht