Aufsatz 
Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Frankfurt am Main 1804-1904. Von Direktor a.D. Dr. Hermann Baerwald und Dir. Salo Adler
Entstehung
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Der Schulrat. 63

1822— 1832, Bernhard Beer⸗Eskeles 1823— 1842, Getz Lob Gotz 1823— 1841, Lazarus H. Schloß 1825— 1840, A. C. Wimpfen 1829— 1848, Dr. jur. Michael Manhayn 1831— 1848 ununterbrochen Mitglied des Schulrats. Waͤhrend mehrerer Amtsperioden wirkten u. a. Iſaak Rothſchild, Dr. phil. Michael Reiß, David Hochberg, der Mitbegründer der David und Emanuel Hochbergſchen Sreiſtellen⸗ Stiftung, Joſeph Rütten, der eine ſeinen amen tragende Stiftung zur Sortbildung der Lehrer geſchaffen hat, Couis Cotmar, welcher Sonds zur Anſchaffung hiſtoriſcher Werke und zur Sörderung des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts darbot, Adolf S. Maas, der von 1846 bis 1882 für die Schule tätig geweſen iſt, und zu deſſen An⸗ denken eine Stiftung zur Bezahlung des Schulgeldes für würdige, bedürftige Schüler beſteht, Jakob Doctor, Julius Oppenheimer und Jakob philipp Oppen⸗ heimer, Leopold B.§. Goldſchmidt, der zum Andenken ſeines Vaters eine anſehnliche Stiftung für Lehrer und Lehrerwitwen gründete(geſtorben zu Paris im Sebruar 1904), Selix Srank, Abraham Durlacher, Philipp Bonn und Julius Angelheim, die unter ſchwierigen Verhaltniſſen mit großer Selbſtverleugnung und Hingebung für das Intereſſe der Schule und ihrer Schüler eintraten.

Als ein Seichen durch mehrere Generationen fortwirkenden Intereſſes für die Schule iſt hervorzuheben, daß z. B. nach dem Hinſcheiden Jakob Doctors ſein Sohn Adolf Doctor und nach Emil Roſenthal ſein Sohn Paul, nach Bernhard Horkheimer ſein Sohn Anton Horkheimer, nach Iſaak Rothſchild ſein Sohn Auguſt, ſowie die beiden Schwiegerſohne von Adolf S. Maas, Joſephthal und Lion, dem Schulrate angehörten. Als Julius Bonn nach kurzer Amtstätigkeit am 29. Mai 1877 in der Blüte der Jahre dahinging, wurde zu ſeinem Hach⸗ folger ſein Bruder Philipp Bonn berufen, deſſen langjährige, verdienſtvolle, hin⸗ gebende Tätigkeit als Schulratspräſident den Stempel der Pietät trug.

Schon früh achtete man auch darauf, daß im Schulrat ſtets ein ärztliches Mitglied vorhanden war, welches dann von ſelbſt für die Schulhygiene tätig war. Große Verdienſte hat ſich in dieſer Beziehung Dr. med. Heinrich Schwarzſchild dadurch erworben, daß er energiſch für den Bau des neuen Schulhauſes und deſſen zweckmäßige Einrichtung ſorgte. So gehörten auch dem Schulrat Dr. med. Emden und ſein Schwiegerſohn Dr. Theodor leubürger, Dr. Gundersheim, Dr. Crailsheim, Dr. Maximilian Lotmar und ſein ſeffe, der langjährige Schulrats⸗ präſident Dr. Ernſt Blumenthal, Dr. Kirchheim und Dr. Emanuel Cohn, Dr. Th. Jaffé, Dr. Teopold Walter und Dr. A. Günzburg zeitweiſe an. In den letzten 30 Jahren haben die Arzte im Schulrat ehrenamtlich als Schulärzte gewirkt; die neue Schulordnung von 1900 macht den Arzten im Schulrat dieſe Sürſorge zur Pflicht.

Über die umſaſſende Tätigkeit des Schulrats geben uns die Protokolle üͤber die Sitzungen dieſer Behörde Aufſchluß. In den erſten Jahren hat zunächſt Geiſenheimer eigenhändig die Protokolle geſchrieben. Wo ausnahmsweiſe einer ſeiner Kollegen das Protokoll führte, finden ſich von Geiſenheimers Hand 5uſätze. Hie und da hat er wichtige Reſſripte der Regierung dem Protokoll einverleibt. 1819 wurde ein Aktuar des Schulrats angeſtellt, welcher die Protokolle zu führen,