Vorwort.
in der Geſchichte der Juden zu Srankfurt a. IHI., die bis zu den Anfängen
der Stadt hinaufreicht, bilden die für ſie wie füͤr alle Bewohner der alten Reichsſtadt ſo drangvollen Seiten der franzöſiſchen Revolutionskriege den Beginn einer neuen Epoche. Bei der Beſchießung der Stadt durch die Sranzoſen in der lacht vom 12. auf den 13. Juli 1796 wurde ein großer Teil des Ghetto durch Seuer vernichtet. Mehrere hundert jüdiſche Samilien wurden obdachlos und mußten in der Stadt ein Unterkommen finden. Das Ghetto mit ſeinen Mauern und Toren iſt nie wieder aufgerichtet worden.
In freierer Bewegung haben die Juden ſeitdem ihre Selbſtemanzipation erſtrebt: ihre erſte Schöpfung war eine Schule, zunächſt für die Kinder der Armen, aber alsbald auch für die geſamte Gemeinde.
Ein Jahrhundert iſt ſeit ihrer Gründung verfloſſen. Die Schule iſt für aufeinander folgende Generationen der ifraelitiſchen Gemeinde, für viele Kinder unſerer chriſtlichen Mitbürger, für eine große Sahl von Schülern, die ihr aus allen Ceilen der Welt anvertraut worden ſind, eine reich geſegnete Bildungsſtätte geworden. Sie hat zu einer würdigen Geſtaltung des Gottesdienſtes, zu einer zeitgemäßen Umwandlung der Gemeindeinſtitutionen, überhaupt zu einer Re⸗ generation der hieſigen iſraelitiſchen Gemeinde beigetragen, der allein ſie faſt ausſchließlich ihr Daſein und ihre Erhaltung verdankt.
Auf den folgenden Seiten wird die Geſchichte der Schule erzählt. Bei ihrer Darſtellung iſt eine Teilung der Arbeit eingetreten: dem früheren Direktor iſt die Bearbeitung der Heit von 1804 bis 1868, dem gegenwärtigen die folgende Epoche bis 1904 zugefallen. Es wäre aber dem früheren Direktor bei ſeinem vorgerückten Alter ſelbſt in dieſer Begrenzung nicht möglich geweſen die Arbeit zu leiſten,
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