64 stehenden Abteilungen, anderseits aber durch den Umstand ge- boten schien, dass den einzelnen Zôglingen möglichst oft Gelegenheit, zur Uebung gegeben werden sollte. Die Themen zu diesen Lehrver- suchen wurden von den Uebungsschullehrern immer für eine ganze Woche und im Anschlusse an den Unterricht der einzelnen Schul- klassen gegeben; die Vorbereitung der Zöglinge geschah schriftlich. Da die Lehrversuche stets vormittags in der zweiten Unterrichts- stunde stattfanden, so wurde die auf diese Stunde folgende Pause dazu benützt, den Zöglingen sofort die auf ihre praktischen Ver- suche bezüglichen Wahrnehmungen und Bemerkungen mitzuthei- len.— Wöchentlich 3 Stunden.
b) Die Probelectionen wurqden, pei demselben Zeitmasse für die einzelnen Vorträge wie die Lehrversuche, in den vier Klassen der Uebungsschule abgehalten; demselben wohnten auser dem Uebungs- schullehrer der Klasse, in der dieselben stattfanden, jederzeit der Direktor und der betreffende Fachprofessor bei. Die Themen wur- den von den Uebungschullehrern im Einvernehmen mit den Pro- fessoren in der„vorbereitenden Besprechung“ gegeben, eingehend besprochen und sodann von den Zöglingen schriftlich ausgearbeitet und die Elaborate den Uebungsschullehrern zur Einsicht und Cor- rectur vorgelegt. Während der Probevorträge hatten alle Zöglinge ihre Wahrnehmungen zu notieren, um in der„nachfolgenden Be- sprechung“ an der Beurteilung tätigen Aneil nehmen zu können. Diese Beurteilung, welche über die Vorlffeitung der betreffenden Zöglinge, über den Lehrgang, die Stellung der Fragen, die Be-
nützung der Schülerantworten, den Gebrauch der vorhandenen Lehr-
mittel, die Correctheit der Sprache u. ä. sich verbreitete, wurde zwar in eingehender aber immer wohlwollender Weise geübt und dabei in der Regel die Reihenfolge im Referate beobachtet, dass zuerst jener Zögling, der den Probevortrag gehalten hatte, die, von ihm selbst erkannten Mängel berührte, sodann die Zöglinge ihr Urteil abgaben, hierauf das Referat des betreffenden Uebungsschul- lehrers folgte, woran sich schlieslich die Bemerkungen der Fach- professoren und das Urteil des Directors schlossen.— Wöchentlich 2 Stunden für die Probelectionen und je 1 Stunde für die vorbe- reitende und nachfolgende Besprechung.
Um die Zöglinge auch mit den Einrichtungen und dem Unter- richtsgange anderer Volksschulen vertraut zu machen, wurde ihnen Ge- legenheit geboten, die sechsklassige Volksschule in St. Pölten, ferner die einklassige Volksschule in Stattersdorf sowie die zweiklassige Volksschule in Viehofen zu pesuchen und auch dem nterrichte in diesen Schulen beizuwohnen.


