Aufsatz 
Zu Platons Apologie und Kriton / Eduard Goebel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

einen an dieſen Beſuch ſich anknüpfenden Beweis fürſorglichen Wohlwollens Sr. Excellenz hat der Unter⸗ zeichnete ganz beſonders dankbar zu ſein.

7. Am 21. September Vormittags 11 Uhr wurde das Sommerſemeſter durch einen kurzen Schul⸗ aktus zur Entlaſſung des Abiturienten Ludw. Hüber geſchloſſen. Vorher war kirchliche Schlußfeier in der Nonnenkirche. 3

8. Am 10. Oktober wurde das Winterſemeſter eröffnet. Zunächſt wurde die Aufnahmeprüfung von 9 neu angemeldeten Schülern vorgenommen. Nachmittags begann der regelmäßige Unterricht. Am andern Morgen fand der übliche Eröffnungsakt in der Aula ſtatt, nachdem zuvor ein feierlicher Gottesdienſt in der Nonnenkirche abgehalten worden war.

9. Am 12. Dezember wurde für die verſtorbenen Wohlthäter des Gymnaſiums in der Nonnenkirche das jährliche Gedächtnisamt gehalten.

10. Am 29. Januar rettete der 16jährige Unterſekundaner Joh. Timm, Sohn des Steuerkon⸗ troleurs Jak. Timm dahier, dem Füſilier Kneip von der 6. Komp. des Bataillons Nr. 80, welcher auf dem ſog. Roſenbade in das Eis eingebrochen und dem Ertrinken nahe war, nicht ohne eigene Lebensge⸗ fahr mit mutiger Entſchloſſenheit und kluger Umſicht das Leben, nachdem ſchon von mehrern andern vergebliche Rettungsverſuche gemacht worden waren und man in Ermangelung geeigneter Werkzeuge bereits an der Rettung zu zweifeln anfing.

11. Am 4. Februar wurde nach voraufgegangenem Gottesdienſte dem Herkommen gemäß das An⸗ denken an Hrabanus Maurus durch eine öffentliche Feier feſtlich begangen, die auch der Hochwürd. Herr Biſchof Georg mit ſeiner Gegenwart beehrte, wofür ich namens der Anſtalt den wärmſten Dank auszuſprechen nicht unterlaſſe.

12. Aus Anlaß einer Verf. des Kgl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 18. Febr. c. S. 787(vgl. unter C. 12) wurde ein im Schulhofe befindlicher, aber ſeit mehreren Menſchenaltern überwölbter und über⸗ pflaſterter Brunnen, auf deſſen Exiſtenz Herr Maurermeiſter Adam Kramer aufmerkſam gemacht hatte, aufgedeckt und gereinigt. Derſelbe iſt etwa 12 Meter tief, mit Quaderſteinen ausgemauert, ſehr reich an klarem Waſſer und muß Jahrhunderte lang in Gebrauch geweſen ſein. Wann und warum er zugedeckt worden, darüber iſt noch nichts Sicheres ermittelt.

13. Am 22. März fand zur Feier des Aller)h. Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Wilhelm I. in der feſtlich geſchmückten Aula eine öffentliche Schulfeierlichkeit ſtatt, bei welcher zugleich 10 Abiturienten entlaſſen wurden. Es wurden von der Geſang⸗Selekta der Feier des Tages entſprechende Lieder und von verſchiedenen Schülern(Rübſam aus I, Weber aus Ila, Weide⸗ mann aus IIb, Götz aus IIIa, Atzert aus IIIb und Vogel aus IV) vaterländiſche Gedichte vorgetragen, worauf der Abiturient Oskar Wachenfeld nach einem anſprechenden Vortrage über das ThemaDas Nibelungenlied, ein Lied der Treue im Namen der Abiturienten von der Anſtalt Abſchied nahm. Die Feſtrede des Unterzeichneten handelte von der hohen Bedeutung des ſittlichen Charakters, auch für die Erkenntnis. Auch bei dieſer Gelegenheit ehrte der hochwürd. Herr Biſchof unſere Anſtalt wieder durch ſeine Teilnahme und erhöhte dadurch zugleich den Glanz der Feier.

14. Die Sommerferien dauerten vom 4. bis 31. Juli, die Herbſtferien vom 22. September bis 6. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 2. Januar inkl.