Aufsatz 
Zu Platons Apologie und Kriton / Eduard Goebel
Entstehung
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Man hat der Stelle durch alle möglichen Heilmethoden aufzuhelfen gesucht, die einen durch Streichung(Könighoff und Wex), die andern durch Hinzufügung(Doederlein), die dritten durch Korrektur eines Wortes(Hermann, Stallbaum), wieder andere durch Imstellung(So, von Naegelsbach abgesehen, Heinichen und Meiser).

Der von Heinichen vorgeschlagenen Umstellung des zstaa— es müsste doch notwendig xsidsi heiszen!— als Apposition nach npärrsiv wird niemand beistimmen; dann wäre es weit ver-

nünftiger mit Könighoff und Wex das anstöszige nstaat ganz zu tilgen(vrgl. jedoch Cron S. XI).— Von der auf Ficinus zurückgehenden Konjektur Hermann's, dem die neuern Herausgeber folgen, war schon oben die Rede. Was mich nicht befriedigt, ist einmal der Mangel eines klaren Zusammenhanges mit dem unmittelbar vorhergehenden Satze und dann der Umstand, dass anνeν⁴ Ancvroc nur negativ noch einmal dasselbe besagt, was durch xsicac os schon positiv ausgedrückt ist. Dieses aber scheint mir hier um so weniger am Platze, als Socrates eventuell doch auch gegen die Meinung des Kriton seiner eigenen Ujeberzeugung folgen würde.¹¹²)— Die Konjektur Stallbaums in der neuern Auflage xsioah vr& s im Gegensatze zu änovto ,Ob(„Sc. dtrs“— immo xpärrs!) d. h.„dass du dieses betreibest, wenn du mich zuvor eines bessern belehrt und zu deiner Ansicht bekehrt hast, nur(betreib es) nicht gegen meinen Willen“, würde einen in den Zusam- menhang jedenfalls besser passenden Gedanken geben, und namentlich würde auch das àλανχ⁴ zu seinem vollen Rechte kommen; aber die Aenderung ist an sich weniger leicht und entspricht nicht Stallbaum's eigener Forderung gegenüber Wex:„nimirum corruptus sane locus est, sed sub- tilius emendandus“.— Den Vorschlag Doederleins λϑυαηαάαἀ.&νοννοο τ—αρπαιοο kann ich bei aller Verehrung vor dem trefflichen Manne nicht gerade„geistreich“ finden(wie Cron) und endlich ebensowenig Meiser's Umstellung der Worte rabra xpärrsty, die er nach àãzovoc setzen will, gut- heiszen. Sinn und Gedanke wäre der nämliche wie bei Hermann.

Es könnte gewagt erscheinen gegenüber all' diesen Verbesserungsversuchen mit einem neuen hervorzutreten, und dennoch glaube ich es wagen zu dürfen.

Mein Vorschlag ist nämlich so einfach und liegt so nahe, dass man sich wundern muss, warum er nicht schon längst gemacht worden ist, namentlich im Anschluss an Buttmanns Erklärung, die geradezu darauf hinführt. Man ändere nur xsica in αοαπια, So ist alles plan und klar, sowohl grammatische Konstruktion wie Sinn und Gedankenzusammenhang.

Nachdem Kriton zugegeben, dass es sich lediglich um die eine Frage handle, orspov diuaα GOHNsv... 7 Tf sih ArkOHsy caöta xvra roοvrsc, fordert er den Socrates auf, diese Un- tersuchung anzustellen, mit den Worten 5a d6, ti pousy i. e was wir thun sollen. Socrates aber erwidert arorνρν, ³&ιαν, 01v tX.„Denn es ist mir sehr viel daran gelegen(cf. pag. 46 B) dich davon abzubringen dieses zu betreiben(i. e. dass du fortwährend in mich dringst, ich solle auch gegen den Willen der Athener den Kerker verlassen), aber nicht ohne deine Zustim-

¹⁴) Welches die Ueberzeugung des Socrates sei, hat dieser unmittelbar vorher p. 48 D schon genugsam ange- deutet, sowohl durch den Zusatz ri dAννdia beim 2. Fragegliede, als auch durch den Satz zat Hαevcda.... 75 105 dduε* d. h.„und wofern sich herausstellt, dass wir unrecht daran thun, dann dürfen wir wahrlich nicht in Anschlag bringen, ob ich den Tod oder was immer erleiden muss, wenn ich im Kerker bleibe und mich ruhig verhalte, gegenüber dieser ungerechten Handlung.“

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