Aufsatz 
Zu Platons Apologie und Kriton / Eduard Goebel
Entstehung
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Müsste es, wenn dieses der Sinn sein sollte, denn nicht vielmehr heiszen tααοςι(dinata) 7 u.Iy xpautsoy slvyat?

Ad 3) Sommer meint, die Worte εν— Axovo⸗ wären mit dem erstern der vorauf- gehenden Sätze rorνμμκν— rsioopat aufs engste zu verbinden und sollten nur diesen begründen, während der Satz et bih—.2 Axieyat nur einen parenthetischen Zu- oder Gegensatz bil⸗

deten. Das ist aber offenbar falsch. Dass die beiden Glieder mindestens gleichberechtigt sind, ist, an sich klar, ja die besonders feierliche Form und die Anrede Gaxdss geben sogar dem zweiten einen erhöhten Nachdruck:„Lass uns, mein Lieber, die Untersuchung gemeinschaftlich anstellen (nämlich xı=ον iαναια εμνμνιν⁸αννεέων˙οε x dat Stsyr Lh aieye?„Ar»iy, 7 05 digatoo), und wenn du irgendwie gegen meine Darlegung(Beweisführung) Einwendungen zu machen hast, so thue es, wo nicht, so lass endlich ab, mein Bester, mir wieder und wieder die nämlichen Vorstel- lungen zu machen(dasselbe zu predigen), ich müsse(solle) von hier ohne den Willen der Athener mich entfernen.“

Was muss nun, frage ich, durch den folgenden Satz α εν ατκρ ευ— Axoo begründet werden? Sicherlich nicht das erste Satzglied allein, sondern, wenn nicht das aus beiden zusammen- gesetzte Gedanken ganze, dann vielmehr das zweite Satzglied xαοσασιm*νπνh ᴵ⏓— Antsvot. Letzteres wollte offenbar auch Buttmann, und, wie ich glaube, mit vollem Recht. Denn was Sommer weiter gegen Buttmann sagt:„atque silere ut Critonem Socrates iuberet, satis erat, simpliciter eum dixisse ννοαασαια m⁴1νονσ, non opus erat additis verbis α mεκρ τμα. etc., quasi hoc esset omnis disputationis consilium, ut silendum tandem Critoni esse nec vero ut iniustam esse fugam persuaderetur“, das ist leeres Gerede. Das eine hängt ja mit dem andern innig zusammen. Sobald Socrates bewiesen, was er jetzt zu beweisen sich anschickt, ist die notwendige FPolge (und auf diese gerade kommt es hier an) die, dass Krito nicht weiter in ihn dringt ein Unrecht zu begehen, wie er zu des Socrates Leidwesen seither gethan(pag. 46 B 7 Thodnpia 0b— O00 pR AXrSHX).

Und ist denn nicht in Wahrheit das Facit der jetzt beginnenden Erörterung eben dieses, dass Kriton, durch die Beweisführung des Socrates vollkommen überzeugt, die Waffen streckt und von allen weiteren Versuchen ihn zu dem geplanten Schritte zu bewegen absteht?

Wenn aber Naegelsbach dem begründenden Satze τ— Axovroc einen andern Platz anweisen will, nämlich nach den voraufgehenden Worten des Kriton pa i Ousv;— 80 ist

eine solche Umstellung(selbst wenn der Satz hier passender wäre, als er in Wirklichkeit ist) so lange zu verwerfen, als nicht erwiesen wird, dass der Satz an seiner jetzigen Stelle absolut un- haltbar sei und keinen verständigen Sinn gebe; das aber läszt sich nicht behaupten.

Ad 4) Diesen verständigen Sinn herauszubringen, und zwar so, dass der Satz nicht bloss den Anforderungen des Gedankens, sondern auch der Sprache vollkommen genüge, haben nun die einen durch diese, die andern durch jene mehr oder minder erhebliche Aenderung des überlieferten Textes versucht. Und dass es ohne eine solche nicht möglich sei, dürfte aus der seitherigen Erörterung sich wohl als zweifellos ergeben haben. Denn den überlieferten Text befriedigend zu interpretieren ist weder Wolf, Schleiermacher oder Stallbaum, noch Buttmann oder Sommer ge- lungen. Daher kann wohl nicht mehr fraglich sein, ob, sondern nur wie zu emenqdieren sei.