Aufsatz 
Friedrich Hebbel, ein Vorkämpfer für das neuere deutsche Drama.
(Nach einem Vortrage.)
Entstehung
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III. Zur Schul⸗Seschichte.

Am Montag, den 11. April 1904, wurden einundvierzig neu angemeldete Schüler geprüft. Am Dienstag, den 12. April, versammelten sich Lehrer und Schüler zur Eröffnungs- feier in der Turnhalle. Die neu eingetretenen Schüler wurden mit dem Inhalte der Schul- ordnung bekannt gemacht, alle wurden zu einem gesitteten Betragen und zu ausdauerndem Fleisse ermahnt. Darauf begann der Unterricht.

Der Lehrkörper. Durch die nötige Teilung des Unterrichts der Quarta in einigen Lehrgegenständen und durch die Bestimmungen der neuen Lehrpläne vom Jahre 1901 war die Zahl derjenigen Unterrichtsstunden, die nicht innerhalb der Pflichtstunden von den vorhandenen Lehrern erteilt werden konnten, gesteigert worden. Es wurde daher von den städtischen Behörden auf Antrag des Direktors beschlossen, eine neue Ober- lehrerstelle(die dreizehnte) zu schaffen. Diese wurde mit Genehmigung des Kgl. Prov.- Schulkollegiums vom 1. April 1904 an Herrn K. Kasper übertragen.

Karl Friedrich Kasper, geboren am 23. Dezember 1875 zu Frankfurt a. M., besuchte die Klinger- Oberrealschule seiner Vaterstadt bis Ostern 1804, studierte dann in Marburg und Berlin Germanistik und neuere Sprachen und bestand im Juli 1899 das examen pro facultate docendi. Sein Seminarjahr leistete er von Ostern 1900 bis 1901 an der Klinger-Oberrealschule zu Frankfurt ab, sein Probejahr von Ostern bis Michaelis 1901 am Rcalprogymnasium zu Biedenkopf, und von Michaelis 1902 bis Ostern 1903 am Les- sing-Gymnasium zu Frankfurt a. M., an dem er als wissenschaftlicher Hilfslehrer verblieb bis zu seiner Be- rufung als Oberlehrer an das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium zu Homburg v. d. IHI.

Da Herr L. Mack zu Ostern unsre Anstalt, an der er mit Eifer und mit Liebe für die Jugend gewirkt hatte, verliess, um eine Oberlehrerstelle in Schmalkalden zu über- nehmen, musste die etatsmässige Hilfslehrerstelle anderweitig besetzt werden. Sie wurde Herrn Adolf Reusch übertragen, der, wie im vorigen Jahre berichtet worden ist, schon im Sommerhalbjahr 1903 als Hilfslehrer an unsrer Schule tätig gewesen war. Ausserdem wurde im Winterhalbjahr der Badische Schulamtskandidat Herr Dr. H. Hofmann, der als Assistent der Reichslimeskommission für längere Zeit in Homburg beschäftigt ist, durch Verfügung des Kgl. Prov.-Schulkollegiums vom 5. Oktober 1904 zu freiwilliger Beschäfti- gung an unserer Anstalt zugelassen. Es wurden ihm lateinische Unterrichtsstunden in Sexta und zwei Geschichtsstunden in Quarta übertragen. Unserm früheren Kollegen. Herrn Oberlehrer J. Zins, war es nicht vergönnt, die Musse des Alters lange zu geniessen. Er starb ganz plötzlich am 6. Oktober. Die Kollegen und die Schüler der oberen Klassen gaben ihm das Geleite zur letzten Ruhestätte und legten, um den Entschlafenen zu ehren, Kränze auf seinem Grabe nieder. Am 22. November wurde der frühere Pedell unsrer Schule, Herr K. Dannhof, beerdigt. Er wurde von uns zum Grabe geleitet und durch eine Kranz- spende geehrt.

Schulfeiern. Die Sedanfeier wurde bei schönem Wetter und unter lebhafter Beteiligung der Eltern unserer Schüler im kleinen Tannenwald abgehalten. Der Direktor wies in einer Ansprache die Jugend darauf hin, welche Pflichten ihr aus den grossen Leis- tungen der Väter in den Jahren 1870 und 1871 erwachsen. Die Gesänge leitete Herr Schildhauer, die Turnübungen und Turnspiele die Herren Oberlehrer Kasper und Lehrer Dombach. Es sei hierbei erwähnt, dass zur Benutzung bei Schulfeiern in diesem Jahre eine neue Fahne erworben worden ist. Sie ist in der Bonner Fahnenfabrik aus weisser Seide hergestellt und zeigt auf der Vorderseite das Homburger Wappen, von einem Lorbeerkranz umgeben, mit der gestickten Unterschrift:Kaiserin-Friedrich-Gymnasium und

Realschule Homburg v. d. Höhe 1900, auf der Rückseite das preussische Wappen, ein- gerahmt von einem Eichenkranz. Ein Teil der Kosten wurde durch den Uberschuss der Einzahlungen der Schüler für die Sedanfeier gedeckt. Am 24. November wurde an dem

Geburtshause des Staatsmanns und Dichters Joh. Kasimir von Creuz eine marmorne Ge- denktafel enthüllt. Am 24. November 1724 in Homburg geboren, hat v. Creuz zuerst im Jahre 1750 seine gesammelten Gedichte erscheinen lassen. Das philosophische GedichtDie