Aufsatz 
Richelieu und das französische Drama
Entstehung
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Bei der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers am 27. Januar suchte der Unterzeichnete in der Festrede die Herrscherwirksamkeit des Monarchen, wie sie im verflossenen Jahre auf den verschiedensten Gebieten des Staatslebens durch thatkräftige Ini- tiative in so segensreichen Anregungen zur Förderung des Volkswohles sich bethätigt hat, dem jugendlichen Verständnisse näher zu bringen.

Die Gedächtnistage des 9. und 22. März, des 15. Juni und 18. Oktober wurden in angemessener Weise begangen.

Zu Ehren des neunzigsten Geburtstages des Generalfeldmarschalls Grafen Moltke fand am 24. Oktober eine Schulfeier mit Gesang und Deklamation statt. In der Festrede gab Herr Weyl ein anschauliches Lebensbild des Gefeierten.

Am 18. März fand unter dem Vorsitz des Direktors die mündliche Entlassungs- prüfung statt.

Der Verwaltung des Zoologischen Gartens sind wir zu verbindlichem Danke dafür verpflichtet, dass sie unseren Lehrern der Naturkunde Karten zum freien Eintritt in den Garten zur Verfügung gestellt hat, ebenso dem Vorstande des Physikalischen Vereines für die den Schülern unserer Prima zu einigen Vorlesungen gewährten Eintrittskarten.

Was den Gesundheitszustand betrifft, so war derselbe bei den Schülern Gottlob im Ganzen ein recht befriedigender. Jedoch hatten wir den Verlust eines lieben Schülers und einer lieben Schülerin zu beklagen. Am 21. Juni erlag der Oberprimaner Julius Igers- heimer nach kurzem schwerem Krankenlager einer Blinddarmentzündung. Seine Kameraden, aus deren Mitte er so jäh gerissen wurde, gaben ihm am 23. Juni das letzte Geleite, und der Unterzeichnete gab an der Bahre dem Schmerze der Schule über den Verlust des wackeren, in trefflichster Entwickelung begriffenen Schülers Ausdruck. Nicht so über- raschend kam uns der Tod, der am 7. Dezember dem Leben der Schülerin der 6. Klasse Adelheid Schwab ein frühes Ziel setzte. Sie erlag einem mehrjährigen Herzleiden, das sie mit grosser Geduld getragen hatte. Rührend war uns stets die freundliche Dankbar- keit, mit der sie jede kleine schonende Fürsorge entgegennahm, die wir ihr so gern zu Teil werden liessen. Auch mit dieser zarten Menschenknospe sind reiche Hoffnungen zu Grabe getragen worden.

Ungünstiger war der Gesundheitszustand im Lehrer-Kollegium und bereitete, da auch längere Verhinderungen von Kollegen in Folge von Krankheitsfällen in ihren Familien hinzu- kamen, dem geordneten Unterrichtsgange manchmal nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Wegen Unwohlseins waren am Unterrichten verhindert: die Herren Dr. Fink an 31, Rönnberg an 15 ½, Dr. Schwartze an 15, Schäfer an 13, Altmann an 10, Apelt an 9, Bendix an 6 ½, der Unterzeichnete an 6, die Herren Plaut und Posen je an 5, Dr. Sulzbach und Löwenthal je an 3 ½, Strenger an 3, Weyl und Baruch je an 2 ½, Widmann an 2 Tagen, Kaufmann an 1 Tage, Frl. Crusius an 13, Frau Prestel an 8 ½, Frl. Baum an 6 ½ und Frau Steinhilper an 2 Tagen. Ausserdem waren wegen Krankheit in der Familie Herr Lewin 6 Wochen, Herr Kaufmann 5 Wochen, Herr Dr. Sulzbach 2 ½ Wochen, Herr Altmann 10 Tage von der Schule ferngehalten Beurlaubt waren: behufs seiner Verheiratung Herr Weyl 10 Tage, zur Vollendung einer Badekur Herr Dr. Bondi 9 Tage und Fräulein Baum 3 Wochen, ausserdem Herr Dr. Caro 4 Tage, Herr Bendix 4 Tage, Herr Löwenthal 1 Tag und der Unterzeichnete 2 Tage.