Aufsatz 
Aus dem Balladenjahre 1797
Entstehung
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durch die anregende Frische und Lebendigkeit, durch die Klarheit und unermüdliche Energie seines Unterrichts so reiche Erfolge zu erzielen verstand. In Gegenwart des Lehrercollegiums und der oberen Knaben- und Mädchenklassen gab der Unterzeichnete beim Semesterschlusse in herzlichen Worten diesem Gefühle Ausdruck und sprach dem scheidenden Collegen den Dank der Schule und des Schulrates, sowie die Anerkennung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums aus. Mit bewegten Worten dankte Herr Professor Dr. Schwartze und nahm von Schülern und Collegen und von der Stätte seiner Wirksamkeit, mit herzlichsten Wünschen Abschied. Zwei Tage später war es für den Unterzeichneten eine angenehme Pflicht, in Gemeinsamkeit mit einer Vertretung des Schulrates, Herrn professor Dr. Schwartze den von Sr. Majestät dem Kaiser und König ihm bei seiner Ver- setzung in den Ruhestand verliehenen Roten Adler-Orden 4. Klasse zu überbringen. Möge es dem werten Collegen vergönnt sein, sich viele Jahre in Frische und Rüstigkeit des, wenngleich früh eingetretenen, doch wohlverdienten Ruhestandes zu erfreuen und Zeuge des Gedeihens der Anstalt zu sein, die seinem treuen Wirken stets ein ehrendes Gedächtniss be- wahren wird.

Zu derselben Zeit sah sich auch Frl. Recha Chambré zu unserem Bedauern durch Gesundheitsrücksichten veranlasst, ihre Entlassung nachzusuchen. Aus unserer Schule hervorgegangen, in deren Selecta sie sich auch für die Lehrerinnenprüfung vorbereitet hat, war es ihr nur zwei Jahre vergönnt, an derselben Anstalt als Lehrerin zu wirken, in der sie ihre ganze Ausbildung erhalten hatte. Sie kann gleichwohl auf eine erfolgreiche Wirksam- keit zurückblicken. Denn bevor sie an unserer Schule angestellt wurde, war sie zehn Jahre Lehrerin an der damals gleichfalls unter Leitung des Unterzeichneten stehenden Israelitischen Volksschule und verstand es, die ihr anvertrauten grossen Classen, untere wie obere, auch unter schwierigen Verhältnissen stets in vortrefflicher Weise zu fördern. Unsere besten Wünsche begleiteten die scheidende werte Collegin.

An die Stelle der aus dem Collegium geschiedenen Lehrkräfte traten Frl. Cölestine Lang und Frl. Henriette Isay.

Der Gesundheitszustand unserer Schüler und Schülerinnen war im allgemeinen ein befriedigender. Doch haben wir leider den Verlust eines lieben Schülers zu verzeichnen; am 18. Juni starb Max Rosenbaum, Schüler der dritten Vorschulklasse, plötzlich am Herzschlag. Ausserdem kamen namentlich in den ersten Monaten des Wintersemesters in den beiden unteren Vorschulklassen vielfach Erkrankungen an den Masern vor, die jedoch Gottlob alle einen leichten Verlauf nahmen. Im Lehrercollegium war der Gesundheitszustand im ganzen etwas günstiger als in den Vorjahren, jedoch waren bis zur Fertigstellung des Berichtes am Unterrichten verhindert: Prof. Dr. Sulzbach an 9, Prof. Dr. Portmann an 2, die Herren Oberlehrer Rönnberg an 10, Strenger an 1, Weyl an 8, Dr. Fink an 11, Alt- mann an 1, Dr. Bondi und Kaufmann an je 2, Löwenthal an 3, Apelt an 13, Bendix an 10, Wahl an 8, Widmann an 2, Lewin an 10, Frau Steinhilper an 1, Frl. Prange an 14 Tagen. Beurlaubt waren Herr Dr. Fink zur Theilnahme an dem naturwissenschaftlichen Ferienkursus vom 26. April bis zum 6. Mai, Frl. Chambré für die Monate Mai und Juni, Herr Oberlehrer Strenger wegen Trauer auf 2, Herr Dr. Bondi und Herr Bendix auf je 2, Herr Oberlehrer Altmann und der Unterzeichnete auf je 5 Tage.

Die schriftliche Reifeprüfung, zu der sämtliche Schüler der Prima, 24, zugelassen werden konnten, fand am 13., 14., 15. und 16. Februar statt, die mündliche unter dem Vor-