Als in dem Oſterprogramme des Jahres 1825 Nachrichten über die Auguſtiner⸗Schule zu Friedberg erſchienen, ſtand dem Ver⸗ faſſer zu ſeinem Leidweſen keine Urkunde zu Gebote, die ihn einen Blick auf unſere Schule hätte thun laſſen, wie ſie im Laufe des XVI. Jahr⸗ hunderts beſchaffen war, und wo er auch ſpäter hierüber nachforſchte, es fand ſich nirgends auch nur der Reſt eines Aktenſtückes aus jener Zeit, der ihm hierüber Aufſchluß zu geben vermochte. Erſt als er bereits die Hoffnung aufgegeben, daß davon noch etwas aufzufin⸗ den ſei, wurde im Laufe des Jahres 1855, alſo volle 30 Jahre nach dem Erſcheinen jener Nachrichten, unſerer Realſchule ein Fas- zikel aus älteren Amtsakten mitgetheilt, der ihm die freudige Ueber⸗ zeugung gewährte, daß doch noch nicht Alles, was unſer früheres Schulweſen betrifft, verloren ſei. Das Faszikel enthielt a) ein in Quart geheftetes Manuſcript, mit dem äußeren Pergament⸗Titel Leges scholae Islebensis, Mansfeldensis, Schnebergensis, Friedebergensis. In der That finden ſich darin die Schulge⸗ ſetze von Eisleben, Mansfeld und Schneeberg, den da⸗ mals blühendſten Gelehrten-Schulen, aber keinesweges die von Friedberg.(Dem Titel des Manuſcriptes zufolge war das Werk Eigenthum des damaligen Rektors M. Chr. Rosa, von welchem es in den Beſitz ſeines Sohnes Johannes Roſa über⸗ ging.) Dagegen findet ſich das Inventar, welches wir nach dem Original den Leſern unter 1. mittheilen; b) das vom Rektor Roſa aufgeſtellte Lektions-Verzeichniß von 1579 und zwar in mehreren Ab⸗ ſchriften. Auch dieſes theilen wir hier mit unter 2. Sodann c) indicatio authorum, qui in schola Fr. nunc pro captu puerorum, proponuntur, corundemque in classes distributio. Anno M. D. LXXXIII. In examine verno; d) eine ordo lectionum et repetitionum, wobei die officia praeceptorum et discipulorum scholae Friedbergensis, nebſt einem Lektions⸗Ver⸗ zeichniſſe für die erſte und zweite, dritte und vierte, fünfte und
Aufsatz
Beitrag zur Kenntniß des Friedberger Schulwesens im XVI. Jahrhundert
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