. Schulnachrichten
von Oſtern 1844 bis dahin 1845.
Bei dem Wiederanfang der Lectionen nach den Sommerferien des vorigen Jahres, am 15. Juli, wurde das neue Gymnaſialgebäude bezogen und durch eine von dem Gymnaſiallehrer Dr. Koch vor den verſammelten Lehrern und Schülern gehaltene Rede feierlich eingeweiht.
In dem Lehrerperſonal iſt in dem abgelaufenen Schuljahr keine Veränderung eingetreten. Die Stelle eines Zeichenlehrers iſt bis jetzt noch nicht wieder beſetzt, doch glaubt man der Anſtellung eines ſolchen und ſomit dem Wiederbeginnen dieſes wichtigen Unterrichtes in Kurzem entgegenſehen zu dürfen. Auch iſt zu hoffen, daß es bald möglich werden wird, den vielfach gewünſchten Unterricht in körperlichen Uebungen unter Aufſicht und Leitung eines kundigen Lehrers zu beginnen.
Die Schülerzahl des Gymnaſiums betrug am Ende des vorigen Schuljahres 242, am Schluſſe des Sommer⸗ ſemeſters 1844 260, gegenwaͤrtig beläuft ſie ſich auf 262. Hiervon ſind in Prima 39, in Secunda 50, in Tertia 22, in Quarta 38, in Quinta 17, in Serta 34, in der Vorbereitungselaſſe 1te Abtheilung 38, 2te Abtheilung 24. Gebürtig ſind aus Gießen 134, aus dem übrigen Oberheſſen 94, aus Starkenburg 16, aus Rheinheſſen 7, aus dem Auslande 11. Evangeliſcher Confeſſion ſind 238, katholiſcher 17, jüdiſcher 17. Darunter ſind Söhne von Staats⸗ dienern(Juſtiz⸗, Adminiſtratio⸗ und Finanzbeamten, Univerſitätsprofeſſoren, Gymnaſial⸗ und Reallehrern, Phyſikats⸗ ärzten u. ſ. w.) 112, von Geiſtlichen 26, von Hoſgerichtsadvocaten 22, von Gewerbtreibenden 21, von Kaufleuten 19, von Gaſtwirthen 11, von Apothekern 7, von Gutsbeſitzern und Oeconomen 7, von Volksſchullehrern 7, von Militärs 6, von andern Vätern verſchiedenen Standes und Berufes 24.
Zu Oſtern 1844 beſtanden folgende Schüler die Maturitätsprüfung: 1) Friedrich Heß aus Nidda, Studium Theologie, Zeugnißnummer I.— 2) Ludwig Krämer aus Großenlinden, Studium Philologie, Zeugnißnummer I.— 3) Auguſt Piſtor aus Gießen, Studium Architectur,


