— 18— Aber dennoch bin ich ein Partekenhengſt ge weſen, und durch die Schreibfeder ſo fern kommen, daß ich jezt nicht wolt mit dem tuͤrkiſchen Kaiſer beuten, daß ich ſein Gut ſollt haben, und meiner Kunſt entbehren. Ja, ich wollt der Welt Gut vielmal gehaͤuft nicht dafuͤr nehmen, und waͤre doch ohne Zweifel nicht dahin kommen, wo ich nicht in die Schule, und ins Schreiberhandwerk gera⸗ then waͤre. Darum laß deinen Sohn getroſt ſtudiren, und ſollt er auch dieweil nach Brod gehen, ſo giebſt du unſerm Herrn Gott ein feines Hoͤlzlein, da er dir einen Herrn aus ſchnitzen kann. Es wird doch dabey bleiben, daß mein und dein Sohn, das iſt, gemeiner Leute Kinder, werden die Welt muͤſſen re⸗ gieren, beyde im geiſtlichen und weltlichen Stande. Denn die reichen Geitzwaͤnſte koͤn⸗ nens und wollens nicht thun: ſie ſind des Mammons Cartheuſer und Moͤnche, des muͤſſen ſie Tag und Nacht warten. Und die ge⸗ bornen Fuͤrſten und Herrn vermoͤgens alleine nicht. Alſo muß wol beyde Regiment auf Erden bleiben bey den armen, mittelmaͤßigen, und gemeinen Leuten und ihren Kindern. Und kehre dich nicht daran, daß jezt der ge⸗ meine Geitzwanſt die Kunſt ſo hoch verachtet, und ſpricht: Ja, wenn mein Sohn deutſch . ſchrei⸗
Aufsatz
Einiges aus dem Schüler- und Lehrer-Leben Peters Schaumann, vormals Rektor des Gymnasiums in Salzwedel und Pastors an der Hauptkirche daselbst / Johann Christian Gottlieb Schaumann
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