Indem ich daruͤber nachdenke, was ich fuͤr die uns Anvertrauten nuͤzliches ſagen moͤge, koͤmmt mir, gleich einem freundlichen Geiſte, der Gedanke an meinen Vater entgegen, und ich halte dieſen Gedanken feſt, nicht blos weil ich meines groͤßeſten Wohlthaͤters gern gedenke, ſondern weil ſein Leben Zeugnis da⸗ von giebt, was man fuͤr ſich und andere Gu⸗ tes wirken koͤnne durch unermuͤdlichen Fleiß,
reine Religioſttaͤt und redliche Uebung ſeiner Schuldigkeit.
Mein Vater wurde zu Sackſtedt, einem Dorfe im Herzogthum Schleswig den auten Januar 1726 geboren. Seine Eltern dach⸗ ken bey dem geringen Ertrag ihrer kleinen Landwirthſchaft, der ſie nicht einmal als Ei⸗ genthuͤmer, ſondern nur als Pachter vorſtan⸗ den, gar nicht daran„ihn ſtudiren zu laſ⸗ ſen; aber ihn ſelbſt trieb es von fruͤher Ju⸗ gend an zu den Wiſfenſchaften hin. Jedoch blieb ſeine Sehnſucht nach den Kenntniſſen, die zu wiſſenſchaftlicher Einſicht vorbereiten, ſehr lange unbefriedigt. Er war ſchon acht⸗ zehn Jahre alt und konnte blos— rechnen und ſchreiben. Aber in dieſem Jahre— wel⸗
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