10 α☚—*
Vor allen Dingen vergeſſe man nicht, daß es Roͤmer ſind, denen wir die ganze Erzaͤhlung verdanken. Und wer traut es dieſen wohl zu, daß ſie den verhaßten, in ihren Au⸗ gen ſo ſchwarzen, Karthagern zu viel Gutes und Groſes wer⸗ den nachgeruͤhmt haben? Unter denſelben iſt Salluſtius, wie wir geſehen haben, der vornehmſte; ein Geſchichtſchreiber vom erſten Range, dem noch niemand den Vorwurf zu machen ge⸗ traute, er haſche begierig nach jeder Fabel. Was aber— we⸗ nigſtens nach meinem Urtheile— der Glaubwuͤrdigkeir ſeiner Erzaͤhlung das Siegel aufdruͤckt, iſt der Schluß: alüique illis (pPhilaenis) domi honores inſlituti. Daraus moͤchte ich zwar nicht mit den Verfaſſern der allgemeinen Welthiſtorie, und andern, welche dieſen es nachgeſchrieben haben, ſolgeren, die Pbhilaͤni ſeyen von der Zeit an unter die Goͤtter von Kartha⸗ go aufgeſtellt, und gleich dieſen verehrt worden*; aber ſoviel liegt doch unverkennbar in jenen Worten, daß gewiſſe Feier⸗ lichkeiten angeordnet wurden, wodurch man der Grosthat der beiden Bruͤder ein ewig dauerndes Monument zu ſetzen ſuchte. Und ſind dieſe niche blos erſonnen, ſo iſt damit zugleich die ganze Geſchichte gerettet.. 11 n in ihien 1 n Allein * Faſt eben ſo wurde Bermann, der Retter der deutſchen Freiheit, in eine Nationalgottheit unſrer Vorfahren umgeſchaffen, weil Caci⸗ tus(Annal. II, Ss.) von ihm ſagt: Caniturque adhuc apud bar- baras gentes. Durch Namensaͤhnlichkeit(Bermann bei den Roͤ⸗ mern Arminius) getaͤuſcht, waͤhnte man denn weiter, die Irmen⸗ ſaule ſey das Bild des vergoͤtterten Helden Aese. Umſtaͤndli⸗ licher iſt dieß von mir in der Deutſchen Encyklopaͤdie B. XV. Art. Bermann enttwickelt. Aann nen—


