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lich eine einzige Parallele* zu finden ſeyn moͤchte. Dort iſt die Rede von den beiden Bruͤdern Philaͤni aus Karthago, die der Erweiterung ihrer vaterländiſchen Graͤnzen das hoͤchſte nur denkbare Opfer brachten.
Da ich nicht vorausſetzen darf, daß dieſe ruͤhrende Ge⸗ ſchichte allen und jeden, welchen der gegenwaͤrtige Aufſatz ge⸗ widmet iſt, ſogleich gegenwaͤrtig ſeyn werde, ſo duͤnkt es mir nicht überfluͤſſig, das Factum ſelbſt, deſſen Wahrheit hier ge⸗ pruͤft und wider einen Gegner gerechtfertiget werden ſoll, vor⸗ auszuſchicken. Mein Führer iſt dabei der eben genannte groſe Geſchichtſchreiber, weil weder Valerius Maximus(V, 6. ext. 4.) noch Pomponius Mela(I, 7.) ſo umſtaͤndlich und überzeugend davon handeln.*
Ehe
„ Die bekannte Erzaͤhlung von jenem M. Curtius, der ſich 393. nach R. E. in die groſe Kluft auf dem Forum, woraus peſtilentiali⸗ ſche Duͤnſte aufſtiegen, hinabſtuͤrzte, ließe ſich noch am erſten hier⸗ berrziehen, wenn ihre Glaubwuͤrdigkeit nicht ganz und gar verdaͤch⸗ iig waͤre. Dieſes Urtheil ſpricht ihr ſelbſt Livius(VII, 6.), der ſonſt in der alten Roͤmiſchen Geſchichte eben nicht den Hyperkriti⸗ ter zu machen pflegt. Unter den Neuern, welche ſie ohne Beden⸗ ken fuͤr Fiction erklaͤren, ſind mir eben zur Hand: Nieupoort in der Hiſt. reipubl. Rom. T. I, p. 173. fa. Macquer in ſeinen Annales Romaines p. 1²2⁄, wo noch hinzugefuͤgt wird, daß die Roͤ⸗ mer dieſes Maͤhrchen aus der weit aͤlteren Phrygiſchen Geſchichte entwendet haben, und Beyne Opuſc. acad. Vol. III, p. 148.


