eien es auch nicht neue Gegenſtaͤnde, die ich in dieſen
paar Bogen abhandelte; genug ich kann mir das Zeug⸗
niß geben, daß ich über das, was ich niederſchrieb,
nachdachte. Nicht Drang, durch paradox Geſagtes
zu glaͤnzen, führte mich irre, Behauptungen aufzuſtellen, die
einzig und allein in das Revier des Imaginaͤren gehoͤren. Mein
Herz ſchlagt zu warm fuͤr Religion, als daß es Grundſätze
biligen konnte, die nicht aus der ungetruͤbten Quelle der Reli⸗
gion ſelbſt fließen; Grundſaͤtze, die nicht das Empfehlungsſchrei⸗ ben ihrer Anwendung und Auouͤbung an ſich tragen.
Ich wuͤnſche mir nur das Vergnuͤgen, manches ſo vor⸗ geſtellet zu haben, daß es von dem einen und andern auf's eue beherziget werde; alsdann iſt meine vornehmſte Abſicht er⸗ rei t.——.. wWas ſollen Predigten beabſichten?— die erſte Frage, die ſich mir darbeut! Ich beantworte ſie und baue darauf wei⸗ ter. Wer als Prediger auftritt, der iſt dem Auditorium, das ihn bekraͤnzet, verpflichtet, deſſen Kenntniß⸗ und Ausuͤbungs⸗ vermögen in Religion und chriſtlicher Tugend zu erweitern, zu berichtigen, zu ergaͤnzen. Er ſoll alſo uͤberhaupt ſeine Zuhoͤrer von ihren Verhaͤltniſſen und Verpflichtungen gegen Gott, gegen ihren Schöpfer und Welterloͤſer unterrichten; ſoll ihnen ihr dar⸗ aus quellendes Menſchengluͤck, ihre Beſtimmung zur Ewigkeit zeigen, und dieſe urwichtigen Gegenſtaͤnde in ihren ganzen Ideen⸗ und Empfindungskreis innigſt verweben: damit er dieß deſto naͤber erziele, ſoll er insbeſondere, mit den naheren Umſtaͤn⸗ den und Bedurfniſſen ſeiner Gemeine vertraut, ſtets die paſſend⸗ ſten und abzweckendſten Materien der Religion a wählen, und ſo ſeinen Zuhoͤrern Anleirung geben in allen und jeden Vorſal⸗ lenheiten chriſtlich zu denken⸗ chriſtlich zu handeln.
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a S. in dem zu Halle herauskommenden treflichen Journal fuͤr Predi⸗ ger B. 1 St. IV, N. II S. 446 fg.


