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dieſe ſchriftlichen Uebungen jedesmahl ſorgſältig durchgehet, und wo es nöthig iſt, abkuͤrzt, verbeſſert, und mit Anmerkun⸗ gen begleitet. Bei der Meſſung der Weiten und Höhen, Grundlegung der Felder u. ſ. w. laſſen ſich viele Auſgaben zu dieſem Gebrauch finden— Ale dieſe Methoden haben ihre beſondere Vorrheile, weswegen ſie miteinander verbunden wer⸗ den muͤſſen. Dieſes leitet mich auf eine neue Bemerkung.
6.) Der Lehrer vermeide, ſo viel ihm moͤglich iſt, die Einfoͤrmigkeit in ſeinem Unterricht. Nichts iſt fuür junge Ge⸗ muͤther ermuͤdender, als Einfoͤrmigkeit, und im Gegentheil wird durch nichts fuͤr ſie die Arbeit mehr erleichtert, als durch Abwechſelung ſo wohl in Sachen, als in der aͤuſſern Form. Wie viele Mittel ſindet der aufmertſame Lehrer ſeinen Vor⸗ trag immer zu veraͤndern! Bald wird er ſich blos an das Lehr⸗ buch halten, bald mehr hinzuthun, bald etwas leichtes uͤber⸗ gehen, oder nur mit wenigen Worten darauf aufmerkſam ma⸗ chen. Bald wird er Digreſſionen in andere mathematiſche Wiſſenſchaften machen, und daraus paſſende Beiſpiele zur Er⸗ läuterung oder Anwendung des Gegenwaͤreigen ſuchen; bald aus dem gemeinen Leben erlaͤuternde Gleichniſſe anfuͤhren. Jezt fuͤhrt er einen Beweis in aller Strenge; ein andermal geher er leichter druͤber hin, oder uͤberlaͤßt das Leichte dem Schuͤler zum Durchleſen, und laͤßt ſich hernach den Inhalt davon ſa⸗ gen. Neemat erklaͤrt er den Saz ohne Weitlaͤuftigkeit, oder definirer die Kunſtwoͤrter kurz: ein andermahl haͤlt er ſich laͤn⸗ ger dabei auf, und ſucht ſonderlich die Gelegenheit zu nuzen⸗ wo er Aehnlichkeit und Verſchiedenheit anmerten kann.— Ueberhaupt richtet ſich die Verſchiedenheit des Vortrags öͤf⸗ ters nach Gelegenheit und Umſtaͤnden, die jeder Lehrer zu be⸗ nujen ſuchen muß. 3 4 12 dhoch
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