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keine D dli die alle ihre Lehren zu einer ſo allgemein aner⸗ tannten Zuverläͤſſigkeit gebracht haͤtte, keine, uͤber welche ſo we⸗ nig Uneinigkeiten unter den Gelehrten entſtünden, als die Ma⸗ thematik. Sie verdient alſo darin mit Recht einen Vorzug vor den übrigen Wiſſenſchaften, daß ſie auf Gruͤnden beruhet, wel⸗ che eine bleibende Dauer haben, und weder durch einen herr⸗ ſchenden Modegeiſt veraͤndert, noch durch weitere Aufklaͤrung umgeſtoſſen und mit andern verwechſelt werden koͤnnen.— Von dem Vergnügen, das ſie ihren Verehrern gewaͤhret, will ich nichts ſagen, da es Jedermann bekannt iſt, daß jede Gei⸗ ſtesbeſchaͤftigung, die mit einiger Anſtrengung verbunden iſt, für den Menſchen weit angenehmer und anziehender iſt, als eine leichte, wenig Mühe verurſachende Arbeit,— da es ei⸗ ne bekannte Erſahrung iſt, daß die Vorſtellung, eine Sache von ſo ausgebreitetem Nuzen zu erlernen, uns die Mühe ſehr verſüſſet, und uns mit angenehmen Hoffnungen der Zukunft erfreuet.— Daß auch der Künſiler und Handwerker oͤfters einige mathematiſche Kenntniſſe bei ſeinen Geſchaͤften noͤthig hat, wird wohl Niemand leugnen, der mit den mannigſaltigen Beduͤrfniſſen unſers Zeitalters bekannt iſt. Welchen Schaden ihm der Mangel an dieſen Kentniſſen öfters bringet, und wie viele Muͤhe er ſich in ſeinen Arbeiten erſparen koͤnnte, wenn er gute Unterweiſung darin gehabt haͤtte, darf ich ebenfalls
nicht lange beweiſen.
Bei alle dem groſſen Nuzen, den die Mathematik hat, iſt es immer noch eine wichtige Frage, ob die Gründe derſel⸗ ben ſchon in den Schuljahren, oder erſt in dem ſpaͤtern Alter erlernt werden ſollen? Wer das leztere behauptet, der moͤchte wohl zur Vertheidigung ſeiner Meinung anfuͤhren, daß Jung⸗ linge von reifferem Verſtand geſchikter ſind, Wiſlenſchaſten⸗ 9 111 2 1 1


