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gewidmete Zeit ist die Zahl der wöchentlichen Lehrstunden für jedes Mitglied der oberen Classen anf 32 gesteigert, aber auch manche Privatstunde überflüssig gemacht*.
In Beziehung auf die Naturwissensehaften, die Geschichte und Geographie ist beson- ders die Vereinfachung des Unterrichts dadurch bezweckt, dass in jeder Classe vorzugsweise nur ein Zweig der Naturwissenschaften(Physik, Chemie oder Naturkunde) in der ganzen diesem Gegenstande gewidmeten Zeit betrieben wird, und dass Geschichte und Geographie klassenweise abwechseln.
In Hinsicht auf die technischen Fertigkeiten und den Gesang, deren Pensa im Fol- genden nicht angegeben sind, ist hier noch zu bemerken.
a) In den Schreibstunden macht der Lehrer auf die einfachsten Formen, aus denen sich die einzelnen Schriftzeichen am leichtesten entwickeln, zuerst aufmerksam, nnd gewöhnt die Hand durch anhaltende Uebung in denselben an die richtige Lage und Führung. Die eigenthümliche Methode des Herrn Schütz, der diesen Unterricht leitet, ist sehr geeignet, eine grössere Schülerzahl zu fördern. Die Charaktere sind auf einfache Elemente zurück- geführt, die zuerst eingeübt werden. Dann wird die Verbindung derselben zu den Buch- staben und Ziffern erläutert und nach dem Tact in bestimmter Folge von allen geschrieben, in- dem entweder der Lehrer oder ein von ihm aufgeforderter Schüler das zu schreibende an- giebt, wonach die ganze Classe sich richtet. Der Unterricht verliert dadurch viel von der bisberigen Einförmigkeit und ermuntert alle Schüler.—
b) In den Zeichenstunden wird, einer früher erlassenen Vorschrift des Königl. Unterrichts-Ministerii gemäss, in den untern Classen mit freier Darstellung von Linien und Umrissen, deren Lage und Richtung durch gegebene Punkte bestimmt ist, die Uebung der Schüler begonnen, und durch Nachbildung vorgegebener Musterblätter so weit gelührt, dass in den oberen Classen die Zeichnung nach Gypsmodellen eintreten kann.
Die bei der Prüfung ausgelegten Schreib- und Zeichenbücher geben einige Proben der Leistungen unserer Schüler.—.
c) Für den Gesang sind die Schüler in vier Classen gebracht, welche gesonderten Unterricht erhalten. In der untersten Classe, an welche sich alle Quintaner anschliessen müssen, wird die Notenkenntniss und die Einübung der Tonleitern in einem halbjäbrigen Cursus vorgenommen. Die Schüler erreichen hier schon so viel Fertigkeit, um leichte Me- lodien auffassen und vortragen zu können. In der dritten Singeklasse wird diese Uebung ſortgesetzt und besonders der Choralgesang weiter ausgebildet, obwohl hier vorzugsweise nur die hohen Stimmen berücksichtigt werden können. Diese erlangen indessen hier dieje- nige Vorbildung, dass sie unmittelbar in die erste Singeklasse übergehen können. In der zweiten Singeklasse werden die tiefen Stimmen ebenfalls für die erste Classe vorbereitet, in welcher dann der vierstimmige Gesang geübt wird.
*) Es ist wiederholentlich darauf hinzudeuten, dass die Eltern für die zweckmässige Benutzung des öffentlichen Unterrichts sorgen, und nicht die zur Wiederholung und Einübung desselben bestimmte Zeit noch mit besonderem Privatanterricht besetzen mögen. Aber auch die hausliche Nachhülfe für den öffentlichen Unterricht muss mit grosser Umsicht eingeleitet werden. Die haäuslichen Arbeiten vieler Schüler sind oft nur als Abschriften dessen zu betrachten, was Priyatlehrer dictirt, oder beim Einüben der Aufgahen so eingeprägt haben, dass es einem Dictate gleichkommt. Bei Versetzungen müssen Zöglinge, bei denen dies hervortritt, begreiflicher Weise oft unberücksichtigt 1 bleiben; wenn gleich die Arbeiten den Eltern oft ein besseres Resultat verheissen haben.


