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23. Januar. Es ſind fortan jährlich 263 Exemplare des Programms an das Königl. Schulcollegium einzuſenden.
7. Februar. Die den Programmen der Realſchulen voraufgefchickten Abhandlungen ſollen aus ſolchen Gebieten ent⸗
nandnen werde welche ein allgemeines Intereſſe mindeſtens der gebildeten Stände am öffentlichen Unterricht in nſpruch nehmen.
27, duſeruh Es wird geſtattet, daß abweichend von den Beſtimmungen des Reglements vom 6. Oktober 1859 die ſchriftlichen Abiturienten⸗Prüfungsarbeiten der Realſchüler in der angewandtenMathematik, Phyſik und Chemie an zwei verſchiedenen Tagen angefertigt werden, jedoch ſo, daß die Zeit von 5 Stunden für alle drei Arbeiten dabei nicht überſchritten wird..
Auch die in dieſem Jahre erſchienenen Hefte von M. Haupt's Zeitſchrift für deutſches Alterthum und von Borchardt's Journal für reine und angewandte Mathematik ſind von dem vorgeſetzten hohen Königl. Behör⸗ den der Anſtalt geſchenkt worden.
C. Statiſtiſche Nachrichten. 1. Lehrer..
Da für die zu Oſtern 1865 zu errichtende Realtertia eine neue Lehrkraft beſchafft werden mußte, ſo berief der Magiſtrat als Patron der Anſtalt den bisherigen Conrector an der Wilhelm⸗Schule zu Wolgaſt Herrn Carl Schmelzer und übertrug ihm die erſte ordentliche Lehrerſtelle, die dadurch erledigt worden war, daß der Dr. Mün⸗ ſcher in die letzte Oberlehrerſtelle aufrückte.
lch, Carl Heinrich Theodor Schmelzer, bin geboren am 18. April 1834 in Berlin, wo mein Vater, Dr. C. Schmelzer, practi-
scher Arzt war. Später siedelten meine Eltern nach Derenburg bei Halberstadt über. Ich besuchte das Gymnasium zu Halber- stadt von Ostern 1848 bis dahin 1855. Mit dem Zeugnisse der Reife entlassen, studirte ich Philologie und Geschichte von Ostern 1855 bis dahin 1856 in Berlin, von Ostern 1856 bis dahin 1858 in Halle. Im Sommer 1858 wurde ich Hülfslehrer am Gymnasium zu Torgau, absolvirte an demselben nach abgelegtem Examen pro facultate docendi mein Probejahr, rückte dann in diè 13. und
zuletzt in die 12. ordentliche Lehrstelle. Vom 1. Juli 1861 bis zu Ostern 1865 war ich Conrector der Wilhelmschule in Wolgast, trat dann in die erste ordentliche Lehrstelle am hiesigen Gymnasium.
Für den Hülfslehrer Cand. prob. Biſchof, welcher an die höhere Bürgerſchule zu Wrietzen übergangen war, ward uns ein Erſatz in dem Cand. proh. Herrn Dr. Leo, der uns jedoch einem Rufe nach Frankfurt„/O. fol⸗ gend zugleich mit dem Cand. Herrn Zwirnmann ſchon zum 1. October nach kurzem aber ſegensreichem Wirken wieder verließ.
Zu lricael 1865 erlitt die Schule einen herben Verluſt durch den Abgang des Oberlehrers Dr. Friedrich Wilhelm Martin Münſcher, welcher der Anſtalt ſeit den 10. Oktober 1860 zuerſt als Hülfslehrer, zuletzt als Oberlehrer angehört hatte. Große Gewiſſenhaftigkeit in Erfüllung ſeiner Amtspflichten, ein ſein ganzes Weſen durch⸗ dringendes wiſſenſchaftliches Streben, ſeine edle und vorurtheilsfreie Auffaſſung der höchſten Aufgaben des Menſchen und ſeine treue Hingabe an Amtsgenoſſen und Schüler haben ihn jenen zu einem offenen Freunde, dieſen zu einem Führer gemacht, den ſie ſich gern hingaben..
Um an Dr. Münſcher's Stelle den Religionsunterricht in den obern Klaſſen zu übernehmen, iſt Herr Dr. Ziegler, Lehrer an der Realſchule zu Burg in die dritte ordentliche Lehrerſtelle berufen und vom Director am 16. October in ſein neues Amt eingeführt worden. Zu gleicher Zeit übernahm auch der Schulamtscand. Dr. Genz von hier die interimiſtiſche Verwaltung einer Hülfslehrerſtelle, nachdem er ſchon im Sommer auf kurze Zeit in un⸗ eigennützigſter Weiſe einen erkrankten Lehrer vertreten hatte.
Hlugo Adalbert Ambrosius Ziegler, Dr. phil., geb. den 13. Novemder 1834 zu Vesta bei Merseburg, erhielt seine wissen- schaftliche Vorbildung auf der K. Landesschule Pforta, widmete sich von Ostern 1855 bis Ostern 1859 in Halle theolog., aber auch philolog. u. math. Studien, absolvirte die Prüfungen pro fac. docendi, pro lic. conc. und pro ministerio zu Halle und Magdeburg in den Jahren 1859— 62. Nachdem er vom Aug. 1859 ab als Lehrer und Erzieher am K. Kadettenhause zu Potsdam angestellt ge- wesen war, ging er Ostern 1861 an das Gymnasium zu Stendal. Michaeli 1862 trat er in die 4. ord. Lehrerstelle an der ehemaligen
Realschule zu Burg ein. Ostern 1864 ging er an das daselbst neu errichtete Gymnasium über, in welcher Stellung er verblieb, bis er Michaeli 1865 die 3. ord. Lehrerstelle am hiesigen Gymnasium übernahm.
Vor ſchweren Erkrankungen iſt das Lehrercollegium gnädig bewahrt geblieben. Doch mußten mehrere Lehrer auf kürzere Zeit den Unterricht wegen Krankheit einſtellen und von ihren Collegen vertreten werden, und zwar Cantor Fleiſcher vom 24. April bis 15. Mai, Conrector Niemann vom 4 bis 8 Juli und vom 7. bis 28. Auguſt, der Director vom 12. bis 30. October und vom 17. bis 20. December, endlich Cand. Glöckner vom 21. bis 24. Febr. Außerdem mußten Dr. Hamvorff und Dr. Genz, die zur Prüfung beurlaubt worden waren, auf einige Tage ver⸗ treten werden.
Mit aufrichtigem Danke ſpreche ich es hier öffentlich aus, daß der Wohllöbliche Magiſtrat als Patron der Anſtalt und die Verehrliche Stadtverordneten⸗Verſammlung dem Gedeihen der Anſtalt eine unabläſſige und lebhafte Fürſorge gewidmet und nicht nur jedem Bedürfniſſe, das ſich als unabweislich darſtellte, abgeholfen, ſondern ſich auch ſtets bereit gezeigt haben die nöthigen Mittel zur Fruchtbarmachung des Unterrichts ſowie auch zur Verbeſſerung der äußern Lage der Lehrer zu bewilligen, denen faſt ſämmtlich durch Aufrückung in höhere Stellen oder durch Gehalts⸗ verbeſſerung oder auch durch beides zugleich eine dankenswerthe Aufmunterung zu Theil geworden iſt.
Vertheilung der Lehrſtunden unter die Lehrer umſtehend.


