20 flügels eingerichtet. Leider wurde die Ruhe und Abgeschlossenheit, in der die Anstalt arbeiten konnte, bald empfindlich gestört, als infolge der Münzkonvention die Münze, für die eine Dampfmaschine, bedeutende Walzwerke und Prägmaschinen angeschafft wurden, in einen langdauernden, lebhaften Betrieb gesetzt wurde. Die dadurch entstehenden Unzuträglichkeiten, wie Lärm und Ueberheizung eines Zimmers, durch welches der Schornstein des Schmelzofens führte, machte im Herbst 1860 eine Ueberführung der Anstalt in den linken Flügel des obersten Stockes im Schützenhof nötig. Der Direktor erhielt den rechten Flügel als Dienstwohnung. Leider mulste aber das chemische und physikalische Laboratorium im Münzgebäude verbleiben, was dem Lehrplan wieder eine neue Schwierigkeit bereitete. Auch war der Lärm, welcher von der Langgasse her in die Lehr- zimmer des Schützenhofs drang, sehr störend. Es wurde daher das Prägen der Münzen auf die Ferien beschränkt und die Anstalt im Herbst 1863 wieder in die neu hergerichteten Räume des Münz- gebäudes zurückverlegt. Für die in 2 Abteilungen geteilte Prima wurde ein neues Zimmer gewonnen. Ein ganz wesentlicher Fortschritt fand aber im Herbst 1864 statt, nachdem durch einen neuen Ober- pau auf dem nach Süden gelegenen Seitenflügel ein stattlicher Raum als Aula und Zeichensaal, ein grösserer Raum für das physikalische Kabinett gewonnen und im Unterstock eine Erweiterung des chemischen Laboratoriums möõöglich geworden war.
Bei der Trennung der beiden Anstalten wurden alle Utensilien und Sammlungen geteilt. Der dem Realgymnasium verbleibende Teil der Bibliothek wurde mit der des humanistischen Gymnasiums vereint, und die physikalischen Apparate beider Anstalten wurden zu einem Kabinett verbunden, so dass die Humanisten im Real- gymnasium den physikalischen Unterricht erhielten. Turnplatz und Turngeräte gehörten schon früher den beiden Anstalten zusammen. Die Absicht, andere Sammlungen ebenfalls zu vereinigen, wurde glücklicherweise abgewendet; es genügten schon die eben genannten Verbindungen, um die beiden Anstalten vielfach in Kollision zu bringen.
Die Leitung der Anstalt hatte ein grolses Interesse an einer richtigen Vorbereitung der von ihr Aufzunehmenden. Der Ver- such des Direktors, diese selbst in die Hand zu nehmen, scheiterte an dem Widerspruch der Regierung, welche des Direktors Gesuch um Errichtung einer Vorbereitungsklasse ablehnte mit der Be-


