Aufsatz 
Nachrichten über die Augustiner-Schule zu Friedberg in Hessen / von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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12 Seitdem das Kloſter zu einer Schule eingerichtet war, ſcheint in der Kloſterkirche kein Gottesdienſt mehr gehalten worden zu ſeyn. Das alte Gemaͤuer an derſel⸗ ben ſtuͤrzte am 12. Februar 1618 ein, und wurde der Platz nebſt dem alten noch uͤbrigen Gemaͤuer der Kirche

ſpaͤter(im Jahr 1694) an Joh. Hartmann Engel und N. Gebhard verkauft.

Der dreißigjährige Krieg, welcher der Stadt Fried⸗ berg unendliches Elend verurſachte, ihre Vorſtaͤdte gro⸗ Fentheils entvöͤlkerte, die meiſten Buͤrger an den Bettel⸗ ſtab brachte und die Stadt in ſolche Durftigkeit verſetzte, daß⸗ſie nicht einmal ihre Beitraͤge zu dem Reichskammer⸗ gerichte mehr bezahlen konnte, brachte auch der Auguſti⸗ ner⸗Schule einen unberechenbaren Schaden. Die im Ge⸗ folge des Krieges entſtandene Peſt und Armuth raubte ihr eine Menge ihrer Schuͤler; und als endlich im Jahr 1630 die Fahnen der Oeſtreicher und Bayern ſiegreich über ganz Deutſchland wehten, ſchien die Anſtalt ihrem Untergange zu nahen. Am 20ten Juny dieſes Jahres erſchienen Mainziſche, Fuldiſche und Ilbenſtaͤdtiſche Geiſt⸗ liche und Moͤnche nebſt kaiſerlichen Commiſſarien, nah⸗ men Beſitz vön dem Auguſtiner⸗Kloſter, und brachten es ſogar dahin, daß der Stadtrath ihnen die Kelche, Meßgewaͤnder, Leuchter und Reliquien, welche bisher in dem Rathhauſe. aufbewahrt waren, ausgeliefert werden mußten. Man war deßwegen genothigt, den Unterricht in einem Privat⸗Hauſe zu halten. Ja ſie wollten ſich ſogar auch des Barfuͤßer⸗Kloſters bemaͤchtigen; da man indeſſen, dagegen proteſtirend, erklärte, daß daſſelbe