Aufsatz 
Adnotationes in Euripidis Medeae prologum / Dr. Fuldner
Entstehung
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1. Juli aussetzen, um am Gymnasium zu Fulda bei der practischen Prüfung von Candidaten des Gymnasiallehramts mitzuwirken

Durch allerhöchstes Rescript vom 30. December wurde der bisherige ordentliche Lehrer Dr. Hupfeld zum Pfarrer in Friedewald bestellt. Am 31. Januar beschloss er sein Lehramt am hiesigen Gymnasium, an welchem er sich während einer neunjährigen Wirksamkeit die Achtung seiner Collegen und die dankbare Zuneigung der Schüler erworben hat.

Durch diese Versetzung sowie durch andauerndes Unwohlsein zweier Lehrer erlitt der Lectionsplan des Winterhalbjahrs mehrfache Störungen, sodass sogar seit Ende Januars einige Lectionen ausgesetzt werden mussten. Auch von den Schülern wurden nicht wenige durch Unwohlsein auf längere Zeit am Besuche der Lehrstunden gehindert.

Unter dem 9. Januar ergieng ein Beschluss kurfürstlichen Ministeriums des Inneren, welcher in Betreff des Unterrichts in Leibesübungen an den Gymnasien Folgendes bestimmt:

Der Unterricht in Leibesübungen ist als ein zur Theilnahme verpflichtender Lehr- gegenstand der Gymnasien lediglich auf die drei unteren Klassen(Sexta, OQuinta und OQuarta) zu erstrecken, den Schülern der drei oberen Klassen jedoch die Theil- nahme an dem gedachten Unterrricht einstweilen fernerhin zu gestatten.

Die Bibliothek des Gymnasiums wurde ausser den Ankäufen durch folgende Geschenke bereichert:

Kurfürstliches Ministerium des Inneren beschenkle dieselbe mit 7 weiteren Blättern der topographischen Karte von Kurhessen; Herr Dr. Hupfeld bei seinem Abgang vom Gymnasium mit: Walter Scotts Denkwürdigkeiten von Brühl 4 B., Heinroths Störungen des Seelenlebens 2 B., Treviranus von den Erscheinungen des organischen Lebens; Hartmann von dem Geiste des Menschen; Schmidts Physik; Bartels Anfangsgründe der Naturwissenschaft 2 B. Wilbrand der thierische Magnetismus; Wilbrand von der Bewegung in der Natur; Geisse die Rechtfertigung aus dem Glauben; Herr Professor Dr. Schmitz zu Regensburg mit fünf Programmen Königl. Baierscher Lyceen und Gymnasien.

Auch hatte Kurfürstliches Ministerium die Gewogenheit von Kurfürstlichem Finanz- Ministerium zu erwirken, dass ein bei Kurfürstlicher Ober-Landmesser-Inspection abkömm- liches Barometer dem physicalischen Kabinet des Gymnasiums überlassen wurde.

Für diese Gaben wird hiermit der gebührende Dank abgestattet. 1

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