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Nachdem Kap. 83. die Entscheidungsschlacht schon lange begonnen: hatte der gallische Landsturm den nordöstlichen Hügel durch seine Ueberzahl genommen und die in den dortigen Schanzen befindlichen Römer mit ihren Massen schon fast erdrückt(Kap. 85). Auch auf dem Hauptkampfplatze vor Alesia werden die Römer zurückgedrängt und die Gallier machen Anstalten, das Lager zu ersteigen(Kap. 86). Da schickt Cäsar nach einander zwei Legaten ins Haupttreffen. Er selbst führt zuletzt frische Truppen zu Hülfe. Jetzt wird der Kampf wieder überall von Neuem aufgenommen; und in diesem Augenblicke tritt ihm der rettende Gedanke vor die Seele. Er lässt die germanische Reiterei um jenen nordöstlichen Hügel herum reiten, um dem Feinde in den Rücken zu fallen, während er sich persönlich mitten in den Kampf begibt, wo ihn sein purpurner Feldherrnmantel allen seinen Leuten sowohl in der Ebene als auch von den Hügeln her kenntlich macht. Und nun ist der welthistorische Moment gekommen(Kap. 88). Ut de locis superioribus haec declivia et devexa cernebantur, nostri proelium committunt. Utrimque clamore sublato excipit rursus ex vallo atque omnibus munitionibus clamor. Nostri omissis pilis gladiis rem gerunt. Repente post tergum quitatus(Germanorum) cernitur; cohortes aliae appropinquant. Hostes terga vertunt; fugientibus equites occurrunt. Fit magna- Caedos..... De media nocte missus equitates novissimum agmen consequitur: magnus numerus capitur atque interficitur; reliqui ex fuga in civitates discedunt. Vercingetorix selbst wird ausgeliefert und die Gesammtmacht der Gallier erleidet eine entscheidende Niederlage.
Diesen tapferen germanischen Schaaren, an welche ihn sein günstiges Geschick gewiesen, verdankte Cäsar hauptsächlich neben seinem in den gallischen Feldzügen wohl- geübten Heere, den grossen Sieg bei Pharsalus, in Folge dessen sein grösster Gegner, Pompejus, fiel. Dadurch waren die weiteren Siege bei Thapsus, bei Munda und über alle seine Gegner in der Hauptstadt bedingt; er wurde KAlleinherr zu Rom. Die Götter, deren fortwährende Gunst in seinem Leben er mit vollem Bewusstsein anerkannte(b. afr. 74), liessen ihn alles das erreichen, wozi sie ihn ausersehen und wozu er den Beruf in sich fühlte. Er durfte, um modern zu reden, seine Mission erfüllen. Von ihm darf die Geschichte behaupten, was sie von einem andern Beherrscher eines Weltreiches, von Kaiser Karl V. verneinen muss: er konnte, was er wollte und er durfte, was er sollte. Er durfte die höchste Stufe menschlicher Macht und menschlichen Glückes ersteigen,— der Name, der allein noch fehlte, that nichts zur Sache,— bis er im Gefühle zunchmender körperlicher Kränklichkeit äusserte: er habe genug gelebt; er habe auch der Macht und des Ruhmes genug genossen; ein unerwarteter Tod sei ihm der liebste. Auch diesen gewährten ihm die Götter. Und so erscheint uns Cäsar als ein Mann von der umfas- sendsten geistigen Begabung, als ein Sterblicher, welcher den grössten Heroen aller Zeiten beizuzählen ist; der vom Schicksal begünstigt eine Stufe der Macht nach der andern bis zur höchsten durch seine eigne Kraft erstieg, dabei für alle Lagen des Lebens
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