Aufsatz 
Observationum De Philodemi "ΠΕΡΙ ΟΡΓΗΣ" libro specimen
Entstehung
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Dienstags den 24. October langte ein landesherrliches Rescript an, durch welches Dr. August Soldan, welcher an dem hiesigen Gymnasium 16 Jahre lang, an den Kurhessischen Gymnasien überhaupt 41 Jahre lang mit grossem Eifer als Lehrer thätig gewesen war, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt wurde. Das Lehrer-Collegium sprach ihm sofort am anderen Tag durch eine Deputation für die von demselben in seinem Beruf bewährte Treue und für die stets bewiesene collegialische Gesinnung seinen Dank aus. Die Schüler der Prima drückten ihm ebenfalls durch einige aus ihrer Mitte ihren Dank aus, den sie später noch durch Ueberreichung eines Albums bezeugten. Auch Kurfürstliches Mini- sterium des Innern richtete wenige Tage darauf an Dr. Soldan ein Schreiben, in welchem es ihm die verdiente Anerkennung aussprach und ihm zum sotium cum dignitate« Glück wünschte.

Die Weihnachtsferien begannen Freitags den 22. December; Donnerstags den 4. Januar wurden die Lectionen wieder eröffnet.

Am 31. Januar langte die Nachricht an, dass Seine Königl. Hoheit der Kurfürst geruht habe, den Gymnasial-Lehrer Pfarrer Fenner in den Ruhestand zu versetzen. Der- selbe war zuerst Pfarrer in Züschen, dann Lehrer an den Schullehrer-Seminarien zu Cassel, Homberg und Schlüchtern, darauf Lehrer an den Gymnasien zu Fulda und Hanau; vom 14. Januar 1842 begann seine Thätigkeit am hiesigen Gymnasium und dauerte beinahe 24 Jahre lang.

Mit Aushülfe in den bisher dem Pfarrer Fenner übertragenen Fächern des Unterrichts wurde für die Monate Februar und Merz der Candidat der Theologie Kar!l Landgrebe beauftragt und übernahm am 12. Februar seine Obliegenheiten.

Am 19. Februar begann die schriftliche Maturitäts-Prüfung; die mündliche fand am 8. bis 10. Merz statt. Das Ergebnis derselben ist in der statistischen Uebersicht zu erschen.

Zum Beschlusse der Nachrichten über das verflossene Schuljahr soll noch mit einigen Worten des Gymnasial-Baues gedacht werden. Im Programm des vorigen Jahres wurde mitgetheilt, dass die von den Architekten Dr. Lote und Scheele entworfenen Baurisse zu einem neuen Gymnasial-Gebäude durch landesherrliche Entschliessung vom 7. Januar 1865 gebilligt worden seien, und dass somit sichere Aussicht auf baldige Ausführung des Baues vorhanden wäre. Diese Aussicht ist in Erfüllung gegangen. Allerdings hat der Verkauf und Abbruch der Häuser, welche auf dem für das Gymnasium erworbenen Bauplatz standen, längere Zeit in Anspruch genommen, als erwartet werden durfte. Denn da die Häuser nach mehrmaligen ziemlich erfolglos gebliebenen Terminen erst am 3. Juni an den Litho- graphen Koch dahier auf Abbruch verkauft worden waren, so begann der Abbruch nicht früher als gegen Mitte Juni und nahm fast einen ganzen Monat in Anspruch. Indessen waren schon während des Abbruchs unter der Aufsicht des Dr. Hilh. Lote und des Architekten Scheele, welche von Kurf. Ministerium des Inneren durch Beschluss vom