Aufsatz 
Album paedagogei Marpurgensis : inchoatum sub paedagogiarchia Dn. Joannis Guerneri Geisii, histor. et eloquentiae professoris ordinarii ; V Kal. Quintilis anno Christi MDCLIII / [Friedrich Aly]
Entstehung
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Das Album des akademischen PlidnoSiai on 1653 1833 nebst einem Anhang.

Am 13. November 1904 feierte der hessische Stamm mit dem gesamten evangelischen Deutschland die vierhundertjährige Wiederkehr des Geburtstages Landgraf Philipps. Insbesondere hatte Marburg gerechten Anlass, des Tages zu gedenken; verdankt es doch diesem grössten aller hessischen Fürsten seine Universität. Aber auch das Königliche Gymnasium verehrt in Philipp seinen Begründer, da es aus dem 1833 umgewandelten Pädagogium erwachsen ist.

Die Geschichte des akademischen Pädagogiums hat Christian Koch geschrieben, aber erst Friedrich Münscher in der Beilage zum Jahresbericht von 1868 veröffentlicht. Als Quellen benutzte Koch zwei auf der hiesigen Universitätsbibliothek erhaltene Programme von IHI. O. Duysing (1775), De Paedagogii Marburgensis innovatione anno 1653 peracta continuatione ac constitutione hodierna commentatur, sowie von Mich. Konr. Curtius(1785), Schattenriss der Geschichte des Marburger Pädagogiums. Ausserdem lag ihm das Album des Pädagogiums vor, das die Jahre 1658 1786, 1825 1833 umfasst; doch hat er aus ihm nur gelegentliche Auszüge gegeben, insbesondere aus den angehängten Annalen und Verzeichnissen der Maturi.

Nun hat bereits Karl Julius Cäsar in den zum Geburtstag des Kaisers veröffentlichten Universitätsprogrammen von 18721885 die Matrikel der Universität für die Zeit von 15271624 veröffentlicht, jedoch ohne die Schüler des Pädagogiums regelmässig zu berücksichtigen. Seine Be- mühungen nahm 1888 Ferdinand Justi für die Zeit der Darmstädter Zwischenherrschaft(16291636) auf und neuerdings Theodor Birt, der in den Festprogrammen von 1903 und 1905 mit dem Abdruck der Matrikel wie der Annalen für die Jahre 1653 1667 fortfuhr und diese Veröffentlichungen fort- zusetzen gedenkt. Ein alphabetisches Verzeichnis ist erschienen.

Eine wünschenswerte Ergänzung dieser Universitätsmatrikel dürfte der vollständige Abdruck des Albums des akademischen Pädagogiums sein, das ich durch einen glücklichen Zufall unter weg- gelegten Akten gefunden habe. Die Namen und Daten dürften nicht nur für die Schulgeschichte, sondern auch für die Familien- und Gelehrten-Geschichte Hessens wie für die Kulturgeschichte über- haupt von Wichtigkeit sein. Aus der Zeit von 1527 1653 ist leider nichts erhalten; auch klafft zwischen 1786 und 1825 eine empfindliche Lücke, für die einige wenige Jahresberichte und Einladungen keinen Ersatz bieten.

Der Abdruck ist wörtlich nach der Handschrift ohne Veränderung der Orthographie erfolgt; nur sind, um Raum zu sparen, zahlreiche Abkürzungen vorgenommen worden, über die ein Verzeichnis Rechenschaft ablegt. Ein Anhang enthält die von dem Vizekanzler Joh. Heinrich von Dauber verfassten Statuten des 1653 erneuerten Pädagogiums. In der Beilage zu einem späteren Jahresberichte werden das Verzeichnis der Maturi und einige Annalen nachfolgen.

Das akademische Pädagogium wurde 1833 in ein Gymnasium umgewandelt und der Leitung Chr. Friedrich August Vilmars unterstellt. 1850 übernahm Friedrich Münscher das Direktorat, 1884 Georg Buchenau, 1900 der Unterzeichnete. Die Geschichte des Gymnasiums während der ersten 50 Jahre seines Bestehens ist im Jahresberichte von 1883 erzählt worden.

Zum Schluss ist es mir eine angenehme Pflicht, Herrn Professor Freiherrn v. d. Ropp für die Anregung zu dieser Arbeit wie für anderweitige freundliche Unterstützung herzlich zu danken.

Friedrich Aly.