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Neben diesem Hauptkatechismus des Lossius gehen noch zwei andere katechetische Schriften desselben Verfassers her, nemlich
B. Die Rarj*οαι von 1545,(Welche ich auch besitze), Wittebergae eæeudebat Jo- hannes Luft.
In der epistola dedicatoria dieser Schrift(an H. Döring) heisst es: jussimus hunc libel- lum graecae Catechesios separatim propterea excudi, ut eum sejunctim sibi comparare possint qui latinum jam ante einerunt, ne gemino sumtu gravarentur tenuiores a. 1545, XI Septembris.
Von dieser Rary*νοανςα mit der epistola dedicatoria von demselben Datum erschienen Ausgaben: 1560 u. 1579(Francof. apud haer. Chr. Egenolphi) vergl. Feuerlin I, p. 372, N. 61. Riederer besass die Ausgaben v. 1560 s. ebendaselbst.
C. Eine dritle katechetische Arbeil des Lossius, die vermuthlich nur in einer einzigen Ausgabe besteht, erstreckt sich nur auf einige Stücke der C. Glaubensartikel. Der Titel ist:
Historia passionis, morlis, sepulturae et resurreclionis Jesu Chrisli, interrogalio- nibus et objeclionibus explicata et iconibus arlificiose eæpressa in graliam et usum scho- larum puerilium, ut separalim praelegi et enarrari pueris possit. Frcf. apud Chr. Egenol- phum. Die praefatio ist datiert v. S. April 1551.
Werfen wir schliesslich noch einen Blick auf den Hauptkatechismus des L. Lossius, so müssen wir, rücksichtlich seines Verhältnisses zu den Katechismen Luthers, den des Los- sius in die Klasse derjenigen einrücken, welche, nach Malch in seiner introductio ¹)„alios quidem Catechismus condiderunt, ita tamen ut Lutheri Catechismum fundamenti loco pone- rent aut eum ad faciliorem usum applicarent.“ Die Lutherischen Erklärungen scheinen aus denen des Lossius, besonders im 2. Theile unverkennbar heraus. 3
Den Werth des Katechismus von Lossius bezeugt nicht bloss Urb. Rhegius in seiner epistola²), es bezcugt ihn auch sein langer und verbreiteter Gebrauch, der sich bis zu jener Zeit erstreckt, wo die Lutherischen Katechismen durch die Concordienformel ³) sym- polisches Ansehn erhielten. Aus der oben mitgetheilten kurzen Summa wird man leicht er- kennen, dass Lossius eine schöne Lehrgabe besass, insbesondere dass er die Hauptbegriffe der christlichen Lehre der Jugend schlicht und klar, warm und eindringlich vorzulegen ver- stand. Ein besonderer Vorzug desselben besteht auch darin, dass er mit ächtem Lehrtact und in ungezwungener Weise von einem zum andern Hauptstück hinüberleitel und so das eine mit dem andern in einen nahen Zusammenhang bringt. Es sind bei Lossius eigentlich
T
1) Pag. 622 u 623, woselbst unser Katechismus aufgeführt wird.
2)„Libenter perlegi tunm illud compendiolum quaestionum, in quo summa, qua fieri potuit, brevitate, praecipuna Catechismi puncta ad usum puerorum complexus es.— Laborem approbo, pneris profecto non inutilem futurum.— Illa antem tua brevitas nemini impervia est“ etc.
3) Concordia pia etc.(ed. Rechenberg) p. 571. 631.


