In der„Flora des Großherzogtums Heſſen“ von Schnittſpahn und deren Neubearbeitung durch Doſch und Scriba ſind die Gefäßpflanzen unſeres engeren Vaterlandes in erſchöpfender Weiſe behandelt. Anders iſt es mit den Zellenpflanzen. Ein Verzeichnis der in Heſſen vorkommenden Laub⸗, Lebermooſe und Flechten iſt allerdings 1857 durch den verſtorbenen Oberpoſtrat Bauer zu Darmſtadt in dem„Sechſten Bericht der Oberheſſiſchen Geſellſchaft für Natur⸗ und Heilkunde“ veröffentlicht und ſpäter ergänzt worden. Auch hat Prof. Roßmann zu Gießen, angeregt durch die genannte Arbeit, in derſelben Zeitſchrift einen Beitrag geliefert. Bauer ſelbſt hat dann noch die im Nachlaſſe des Prof. Heyer zu Gießen vorgefun⸗ denen Notizen über Fundorte mitgeteilt.
Den heutigen Freunden der Kryptogamenkunde dürften dieſe Publikationen wohl ſchwerlich bekannt oder mindeſtens ſchwer zugänglich ſein, da ſie nicht im Buchhandel, ſondern nur in den Bibliotheken zu Darmſtadt, Gießen und Mainz zu haben oder in Händen der damaligen Vereinsmitglieder ſind. Überdies ſind ſeit 1857 zahlreiche neue Standorte bekannt und neue Arten aufgefunden worden, ſo daß es wohl zeitgemäß erſcheint, eine Überſicht der bis jetzt im Großherzogtum gefundenen Laubmooſe zu veröffentlichen.
Durch Schenkung der Familie des Oberpoſtrats Bauer kam deſſen Handexemplar des oben be⸗ ſprochenen Verzeichniſſes in die Bibliothek der Realſchule zu Darmſtadt. Eine genaue Durchſicht deſſelben, verbunden mit den Ergebniſſen meiner eignen Beobachtungen hat den Entſchluß zur Herausgabe des vor⸗ liegenden Verzeichniſſes gereift.
Eine Angabe der Fundorte wird aber nur dann von Wert ſein, wenn dieſelben von möglichſt vielen Orten des Landes bekannt ſind. Zu dieſem Zwecke waren nicht blos neuere, ſondern auch ältere Angaben anzuführen. Solche fanden ſich in verſchiedenen Vereinszeitſchriften, außer den oberheſſiſchen in den Berichten der„Wetterau'ſchen Geſellſchaft für die geſammte Naturkunde“, des„Vereins für Naturkunde im Herzogtum Naſſau“ u. a..
Es ſind daraus Fundorte angegeben von nachverzeichneten Sammlern:
de Bary, Profeſſor in Straßburg.
Bayrhoffer, Verfaſſer der Überſicht der Mooſe und Flechten des Taunus im fünften Heft der Jahr⸗ bücher des Vereins für Naturkunde im Herzogtum Naſſau, Wiesbaden 1849.
Al. Braun, Profeſſor in Berlin.
Bumann, Lehrer in Schlierbach bei Lindenfels.
Bruch, Apotheker in Zweibrücken, mit Schimper und Gümbel Verfaſſer der Bryologia europaea.
Dillenius oder Dillen, geb. zu Darmſtadt 1687, Verfaſſer des„Catalogus plantarum sponte circa Gissam nascentium. Frankfurt 1719“, der„Vater der Mooskunde“, von 1721—1747 in Eng⸗ land, zuletzt Profeſſor in Oxford.
Doſch, Schulrat in Worms, mit Scriba Verfaſſer der neuen Ausgabe der„Flora des Großherzog⸗ tums Heſſen,“
Hübener, Verfaſſer der Muscologia germanica, Leipzig 1833.
Lehmann, Fabrikant in Offenbach.
Mettenius, geb. 1823 zu Frankfurt a. M., zuletzt Profeſſor in Leipzig.
Metzler, A., Botaniker in Frankfurt a. M.
Milde, Profeſſor zu Breslau.
Nees v. Eſenbeck, geb. 1776 auf dem Reichenberg i. O., Präſident der kaiſ. Leopold.⸗Carolin.⸗Akademie der Naturforſcher, zuletzt Profeſſor in Breslau.
Nöllner, Kaufmann in Darnmſtadt..
Rabenhorſt, Verfaſſer von„Deutſchlands Kryptogamenflora“, in Dresden.
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