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16. Theodor Vogel aus Gießen, 15 ½ Jahre,
17. Heinrich Weidig aus Gießen, 16 ¾ Jahre,
18. Karl Winther aus Gießen, 17 ¼ Jahre,
19. Karl Wißner aus Großen⸗Buſeck, 15 ¾ Jahre,
20. Hugo Zimmermann aus Gießen, 18 ¾ Jahre alt.
Von dieſen 20 Schülern haben 9 den Kaufmannſtand zum Beruf gewählt, 1 wird Schmied,
1 Schneidmüller, 1 Apotheker, 1 Lehrer, 1 widmet ſich dem Finanzfache, 1 ging zur Poſt, 1 bezog die Baugewerkſchule zu Holzminden, 1 trat in das Polytechnikum zu Darmſtadt ein, 2 in die Realſchule 1. Ordnung daſelbſt und 1 ging auf das Büreau eines Bauunternehmers.
6. Zur Ehronik der Nealſchule.
Das ſchmerzlichſte Ereigniß, welches die Realſchule im verfloſſenen Schuljahre betroffen hat, iſt das Hinſcheiden unſeres geliebten Großherzogs Ludwig III.
Die verſchiedenen Veränderungen, welche an der Anſtalt ſich vollzogen haben, ſind hauptſächlich veranlaßt worden durch eine Vergrößerung des Lehrerkollegiums. Auf Antrag der Direktion ſtellte näm⸗ lich die Stadtverordnetenverſammlung durch einſtimmigen Beſchluß vom 22. Juni v. J. die zur provi⸗ ſoriſchen Errichtung von 2 weiteren Lehrſtellen für Mathematik und neuere Sprachen nöthigen Mittel bis zum Beginn der nächſten Staatsfinanzperiode zur Verfügung. Die beiden neuen Stellen wurden mit den Aspiranten für das höhere Lehramt Otto Schädel aus Darmſtadt und Dr. Ernſt Scheuermann aus Birkenau beſetzt, welche am Anfang des Winterhalbjahres in ihr Amt eintraten. Dieſe Ernennungen geſtatteten es, die erſte Vorſchulklaſſe und die vierte Klaſſe der Realſchule, welche beide überfüllt waren, wenigſtens für die wichtigſten Fächer in Parallelabtheilungen zu zerlegen; außerdem wurde es dadurch noch möglich gemacht, der Mathematik und den neueren Sprachen für die Zukunft eine beſondere Sorgfalt zuzuwenden.
Kollege Theiſen wurde durch allerhöchſtes Dekret vom 10. September 1877 definitiv angeſtellt.
Am 3. Juni 1877, ſowie am 28. Januar 1878 beehrte Herr Ober⸗Schulrath Becker die Anſtalt mit ſeinem Beſuch.
Während des Sommers 1877 wurden mit allen Klaſſen einige größere und kleinere Ausflüge unter⸗ nommen.
Die Gedenkfeier des 2. September wurde in Gießen durch ein allgemeines Jugendfeſt feſtlich begangen, an dem auch die Realſchule Theil nahm.
Der Geſundheitszuſtand war im Allgemeinen ein recht günſtiger, nur mußte während des letzten Vierteljahres in Folge von Unwohlſein des Turnlehrers Rübſamen der Turnunterricht öfters ausgeſetzt werden.
Lehrmittel und Bibliothek konnten auch in dieſem Jahre, da reichliche Mittel zur Verfügung ſtan⸗ den, beträchtlich vermehrt werden.
Die Herren Buchhändler Ferber und Roth machten der Realſchule eine Anzahl werthvoller Bücher zum Geſchenke, Herr Grubenbeſitzer Emmerich ſchenkte einen wohlerhaltenen großen Braunkohlen⸗ ſtamm, Herr Magazinverwalter Ferber eine ſteinerne Streitaxt. Wir ſagen den gütigen Gebern von Herzen Dank.


