Aber nicht scharf brauchen im Unterrichte diese Stufen ge- sondert zu werden; es scheint vielmehr nöthig, dass schon auf der ersten Stufe in ganz allgemeinen Umrissen eine Uebersicht über die physikalische und politische Geographie gegeben werde, und umgekehrt, dass auf den höhern die niederen bei Gelegen- heit auf manniglaltige Art wiederholt und aufgefrischt werden.
Verweisen wir nun der Kürze halber auf Gutsmuths Metho— dik, die wohl jeder gelesen hat, oder nicht ungelesen lassen wird, und wenden wir seine Curseintheilung auf ein Gymnasium von sechs Klassen an, so würde auf Sexta der vorbereitende Unter- richt kommen(l. c. p. 36), auf Quinta und Quarta die räumli- che, auf Tertia und Secunda die physikalische, auf Prima die politische Geographie. Ein sogenannter übersichtlicher oder ver- gleichender Cursus aber scheint nicht nöthig, weil der ganze Un- lerricht schon von unten herauf diesen Charakter trägt(s. v. Roon's Anfangsgründe), und durch den mündlichen Unterricht des Lehrers kein Schritt weiter gethan wird, ohne Rückblick und Vergleichung des Neuen mit dem früher bekannt Gewordenen. So wird auch die Uebersicht lebendiger und für den Schüler in- teressanter, wenn er sich selbst nach und nach in die Höhe stei- gen sieht, und im Steigen die Aussicht auf die zurückgelegten Gegenden stets wieder geniesst, als wenn ihm erst auf der Höhe
die Binde von den Augen genommen wird.


