Aufsatz 
Über die Markomannischen Kriege unter Marc Aurel / von ... Jacobi
Entstehung
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geweſen ſein müßte, auch der Rückzug der Deutſchen erklären laſſen, und wie hätten ſie es dann anfangen wollen, um die Kaiſer von der Aufrichtigkeit ihres Verlangens nach Frieden zu überzeugen, wie hätte endlich Markus noch bloß die Meinung (existimans) ¹) haben können, die Feinde wollten nur den Schein erwecken, als hätte man gar nichts mehr von ihnen zu fürchten, wenn ſie ſo eben noch durch eine ſolche That den ſchlagendſten Gegenbeweis geliefert hatten.

Da es den Kaiſern vorerſt nur darum zu thun war, ihre Provinzen vor neuen Einfällen zu ſichern, ſo werden ſie gewiß kein Bedenken getragen haben, mit den Deutſchen Frieden oder Waffenſtillſtand abzuſchließen. Zu einem allgemeinen Frie⸗ den kam es jedoch nicht, weil nur ein Theil der Völker(plerique) Frieden wollte⸗ Die Kaiſer ſelbſt hielten den Krieg nicht für beendigt, die Ruhe Pannoniens nicht für geſichert; daher ſie auch vorerſt nur nach Aaguileja zurückkehren wollten, um in der Nähe der Donauprovinzen zu bleiben.

Dieſer Feldzug der Kaiſer begann im Jahre 168 und endigte im Nachſommer 169. Vor 168 können die Kaiſer gar nicht von Rom abgereiſt ſein, wenn wirklich Lucius erſt im Jahre 167 aus Aſien zurückkam; denn es verfloß über den Rüſtun⸗ gen zum Kriege und anderen Vorbereitungen noch ſo viel Zeit, daß Verus nach ſeiner Ankunft in Rom noch eine neue Villa erbauen und hier mit den Genoſſen ſeiner Ausſchweifungen ſchwelgen konnte. Dieſe Zeitbeſtimmung ſcheint denn auch durch die Münzen und außerdem durch eine Stelle des Dio Kaſſius beſtätigt zu werden, nach welcher Markus(von 176 an rückwärts gerechnet) acht Jahre von Rom abweſend war. ³)

Das Ende des Feldzugs iſt hinlänglich durch den Tod des Verus beſtimmt, der den Münzen zufolge in das Jahr 169 geſetzt werden muß.)

¹) Jul. Capit. in Marco. c. 14.

) Jul. Capit. in Vero. c. 8.

³) Dion. Cass. LXXI. c. 32. Gxrdo kreoαν rux½en drdναα nach dem Excerpt des Dion. Cass. v. A. Mai S. 224.

¹⁴) Mediob. S. 236.