Aufsatz 
Die Grundsätze und Mittel der Wortbildung bei Tertullian : Fortsetzung / von G. R. Hauschild
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trocken ist, dann werden barfuss auszuführende Prozessionen(nudipedalia NB.) angesagt, die Obrigkeiten legen den Purpur ab, kehren die Fasces ab und um, sagen Gebete her(indigitant precem), machen ein Opfer zurecht. Bei manchen Colonieen versuchen sie sogar in jährlichem Brauch in Säcke gehüllt und mit Asche bestreut die Missgunst der Gottheit abzuwenden u. s. w. Aus dem Gesagten geht die Bedeutung dieses dmas eipnuévov mit ziemlicher Klarheit hervor, darum sei nur noch darauf hingewiesen, dass Tertullian für denselben Begriff De Pat. 13 humiliatio u. à. einsetzt:»Quae igitur negotiatio patientiae in corpore? Inprimis afflickatio carnis, hostia domino placatoria(NB.) per humiliationis(NB.) sacrificium, qduum sordes cum angustia victus domino libat, contenta simplici pabulo puroque aquae potu, quum jejunia con- jungit, quum cineri et sacco inolescit«. Das Neue Testament hat hierfür, wenn auch nicht gerade für den ganzen Begriff, rarεινοςσοοννn, ebenfalls deæα eionu., welches bei Tertullian(Marc. 5, 19) in einem Citat aus Col. 2, 18 durch humilitas sensus wiedergegeben ist. Verbal wird die Be- thätigung dieser Gesinnung z. T. durch die Neubildungen humiliare und humilificare ausgedrückt. Im Französischen ist das Substantiv als humiliation, das Verb als humilier erhalten; des- gleichen im Englischen ersteres als humiliation, letzteres als humile und humiliate; ebenso im Italienischen ersteres als umiliazione, letzteres als umiliare.

Dass für die bei Gelegenheit solcher Wendungen, welche die rαmέια οꝓμνσιτ umschreiben bez. andeuten sollen, vorkommenden Neubildungen humiliare und humiliatio wenigstens Tertullian nicht verantwortlich gemacht werden kann, geht daraus hervor, dass sich humiliare öfters, hu- miliatio wenigstens einmal auch in biblischen Citaten finden, also auf den Sprachschatz der Itala zurückgeführt werden müssen. So finden wir aus dem alten Testament Jes. 40, 4 citiert bei Luc. 3, 5( öon raπντεανν⁷σισα‿αι montes humiliati adv. Marc. 5, 3); Jes. 2, 12 ist wiedergegeben adv. Marc. 4, 33, wo ro*tνωνονεισνπισαα, das Schlusswort des Citates aus den LXX, übersetzt ist durch humiliabuntur; ebenso findet sich Jes. 5, 15(*ν ꝙaαmσπσεινοιυνεννασνεσνασσαι dνι Gονν) adv. Marc. 4. 15 wiedergegeben durch: et humiliabitur homo. Aus dem Neuen Testamente ist 2. Cor. 12, 21 gn. rameνασιαι ε 5 SeGs übersetzt durch: ne humiliet me deus(Pud. 15). Humiliatio findet sich in einem Citat aus Dan. 10, 12 in De Jej. 9, wo ½bb bꝗõĩjtDCcv*αοςεια σν τοι σρᷣνευιναε ν mνό˙ννναι übersetzt ist durch:»dedisti animam tuam recogitatui(NB.) et humiliationi coram deo«; was es dort heisst, zeigt das Zurückgreifen auf den dritten gleichfalls citierten Vers desselben Capitels: »Panem suavem non edi, caro et vinum non introierunt in os meum, oleo unctus non sum« (cf. An. 48). In ähnlicher Weise ist das, was Hiskia nach 2. Reg. 19, 1 that(vestem scidit, saccum induit, eodemque habitu seniores sacerdotum ad deum per Esaiam adire jussit, utique jejunio preces prosequente) als humiliatio bezeichnet(De Jej. 7). Eine Hauptstelle für den Begriff der rarενοꝙςννσιςα ist Poen 9. Da aber dort zunächst nur die Begriffe exomologesis und xerophagia betont zu werden scheinen, so soll die Besprechung dieser Stelle erst später erfolgen.