Aufsatz 
Die Grundsätze und Mittel der Wortbildung bei Tertullian : Fortsetzung / von G. R. Hauschild
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sondern dem Range, nicht der Substanz, sondern der Form, nicht der Machtsphäre, sondern der Erscheinung(sweise) nach« u. s. w. ¹⁵4) So sagt er im 3. Capitel: Die meisten der gläubig Ge- wordenen, die nicht begreifen können, dass man an einen Gott, aber mit seiner olzovοε glauben solle, scheuen sich vor ihr. Aber sie gehen von einem falschen Standpunkte aus: sie fassen nämlich die Zählung und Anordnung einer Dreiheit von vornherein als Teilung der Einheit auf, während doch die Einheit aus sich selbst die Dreiheit ableitend, durch diese nicht aufgelöst, sondern aufgebaut wird. 15⁵) In ähnlicher Weise behauptet er, nachdem er die bekannten Vergleiche aus der Natur(Wurzel, Staude, Frucht u. s. w.) zur Erklärung des Verhältnisses der drei Glieder der Trinität zu einander gebraucht hat, dass so die Dreiheit, die durch eng an einander gereihte und eng verknüpfte Stufen von dem Vater auslaufe, einerseits der Einheit nicht widerstrebe, anderseits aber den Stand der oizovouia erhalte und wahre(cap. 8). In den übrigen Stellen, wo εxοωνω sonst noch vorkommt, wird die Erinnerung an diese Er- klärungen im allgemeinen noch vorausgesetzt und andernfalls durch ein bei Gelegenheit der- selben vorgekommenes oder an dieselben anderweit erinnerndes lateinisches Wort wieder auf- gefrischt; so im cap. 9 durch die Gegensätze»non diversitate alium sed distributione, nec divisione alium sed distinctione.« Andere Stellen sehen wohl auch vollständig von dem Wiedergebrauche des griechischen Wortes ab und verwenden nur die in seiner Erklärung vorgekommenen lateinischen Worte, wie dispositio opp. divisio(cap. 9 und 2); dispositio opp. separatio(cap. 19), wo dis- positio als Vertreter von olzovoufa so erklärt wird: es werden nicht zwei Götter oder Herren genannt, sondern nur zwei, soweit es Vater und Sohn ist, und zwar dieses nicht auf Grund substantieller Trennung, sondern auf Grund der planmässigen Scheidung(dispositio), indem wir den Sohn als ungeteilt und ungetrennt(inseparatus NB.) vom Vater bezeichnen, als nicht der Zu- ständlichkeit, sondern dem Range nach ein anderer, so dass es, wenn er auch als Gott bezeichnet wird, wann er allein genannt wird, darum doch nicht zwei Götter ausmacht, sondern nur einen, darum dass er auch Gott auf Grund seiner Einheit mit dem Vater genannt werden kann. Es bezeichnet also oizovoniæ die Form des Verhältnisses der drei Personen der Dreieinigkeit zu einander, wie sie auf Grund der göttlichen Wesensbestimmung(vergl. z. B. sermonalis) als innergöttliche anzunehmen und aus Offenbarung und Geschichte als in die Erscheinung getreten zu beweisen ist. Es ist offenbar, dass dieser dogmatische terminus wenig mehr mit der Grund- bedeutung von olzovouta als Hausverwaltung zu thun hat, ebenso dass es hier nicht die göttliche Vorsehung oder Christi Menschwerdung oder sein ganzes Erlösungswerk bezeichnen soll; am nächsten würde man dem Sinne, den es hier hat, noch kommen, wenn man es, an die Grundbedeutung anknüpfend, übersetzen wollte»Ordnung des(Familien-) Personen- standes.« Beachtenswert ist, dass Vitruv oixovoula durch distributio übersetzt, ein Wort, welches Tertullian, wie wir oben sahen, ebenfalls für oizovoui« einsetzt; indem Vitruv aber wieder distributio erklärt, gebraucht er dafür dispensatio, welcher Ausdruck bei Tertullian der bevorzugte Wert für olzovouia ist. Entschuldbar aber erscheinen uns Tertullian's wiederholte

¹5¹⁴) Ib.: quasi non sic quoque unus sit omnia, dum ex uno omnia per substantiae scilicet unitatem, et nihilominus custodiatur olονομα sacramentum quae unitatem in trinitatem(NB.) disponit, tres dirigens,

p. et f. et sp. s., tres autem non statu, sed gradu, nec substantia sed forma, nec potestate sed specie, etc.

15) Prax. 3: Non intelligentes unicum quidem, sed cum olæoννμ sua esse credendum, expavescunt ad olxoνεαν Numerum et dispositionem trinitatis divisionem praesumunt unitatis, quando unitas ex semet ipsa derivans trinitatem non destruatur illa, sed administretur.