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sie in besondern Fällen ein Kind dort eher töten, als bis sie es lebendig zerreissen müssen. Unter den Werkzeugen hierzu befindet sich auch ein»aeneum spiculum quo jugulatio ipsa dirigatur caeco latrocinio; 2 εμνμρ οσς⁵⁴⁴εν appellant de infanticidii officio, utique viventis infantis peremptorium.« Da der Ausdruck leicht erklärlich ist, berücksichtige ich nur die sprachliche Bedeutung desselben. Da ist denn zunächst hervorzuheben, dass dieses griechische Wort sich nur hier findet; ferner, dass die Conjectur desselben sich bemächtigt hat mit den Bildungen *εο ρεακτ⁸, αεενoreæτne und àναμmιμνοοελεαε In Stephanus' Thesaurus findet sich nur letzteres Wort angeführt, welches aber um deswillen nicht vorzuziehen ist, weil vielmehr das vorhergenannte andere Instrument dem extrahi diente, wogegen die Worte infanticidium(NB.) und peremptorium mit dessen Gegensatz viventis auf ein»Abschlachten« des noch im uterus befindlichen Kindes durch den»Kindermörder« hinweisen. Infanticidium ist Weiterbildung zu dem bei Tertullian gleichfalls zum ersten Male auftretenden infanticida. Beide sind noch erhalten in dem französischen infanticide, dem englischen infanticide, dem italienischen infanticidio und infanticida.— Es finden sich nun noch bei Tertullian griechische Wörter
e. mit griechischer Flexion und weiterer(indirecter) lateinischer Erklärung, bei welcher ebenfalls Neubildungen mit unterlaufen können. ¹⁴⁷)
1. vxi.
Den unter&́ενμ⁵ρννροσοσραns angedeuteten Grausamkeiten gegen das werdende Geschlecht hätte sich auch Hikesius nicht entzogen, obgleich er die Geborenen doch sogleich mit Seele überzogen werden lasse infolge des Eindrucks der kalten Luft, da ja auch das Wort»Seele« bei den Griechen von der Abkühlung her seinen Namen habe. Wenn das wahr wäre, sagt Tertullian, müssten die barbarischen und römischen Volksstämme gerade auf andre Weise ihre Beseelung erreichen, da sie die Seele mit einem andern Namen zu“ bezeichnen pflegteu. ¹⁴) Woher hätten aber die unter dem Aequator wohnenden Nationen die Seele, die gar keine kalte Luft(atris rigor) haben? Wenn die Seelen von den Kälte-Erscheinungen(de frigusculis NB.) herrührten, dann müssten die Geister(animi) der geistesstarren(mente torpentes) nördlichen Barbaren infolge der grössern Kälte(de rigoribus) als gescheitere(Scitiores) auftreten. Auf wem Hikesius mit dieser Ansicht fusse, sagt Tertullian im Vorausgehenden: Die Stoiker mit Aenosidemus hatten die Theorie aufgestellt, dass das Kind bei der Geburt durch den grossen Temperaturwechsel abgeschreckt, wie glühendes Eisen, welches ins kalte Wasser getaucht wird, so durch die Kälte der Luft erschüttert, die seelische(animalem) Kraft an sich reisse und sich lautlich äussere. ¹⁴⁹) Plutarch berichtet uns De Stoic. contr., dass es Chrysippus
¹47) Beispiele aus Cicero: De Fat. I in.:— quia pertinet ad mores quod 5Sog illi vocant, nos eam partem philosophiae»de moribus« appellare solemus, sed decet augentem linguam latinam nominare moralem. N. D. I, 20, 55: Hic vobis exstitit primum illa fatalis necessitas, quam ei*μαρρμεμννν dicitis, ut quidquid accidat, id ex aeterna veritate causarumque continuatione fluxisse dicatis. Fin. II, 5, 15: ut Heraclitus, cognomento qui σorerv perhibetur, quia de natura nimis obscure memoravit.
148) An. 25: Hicesius jam natis animam superducens ex aöris frigido pulsu, quia et ipsum vocabulum animae penes Graecos de refrigeratione respondeat. Num ergo barbarae Romanaeque gentes aliter animantur, quia animam aliud quid quam oxν cognominaverunt?
14⁹) Ib.: et de uteri fornace fumantem et calore solutam, ut ferrum ignitum et ibidem frigidae
immersum, ita aëris rigore percussam et vim animalem rapere et vocalem sonum reddere. 7


