Aufsatz 
Die Grundsätze und Mittel der Wortbildung bei Tertullian : Fortsetzung / von G. R. Hauschild
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r.⁴α.σαα ⁵οωlό: 1. dass er für längere und durchgeführte Gleichnisse zunächst nur das ciceronianische collatio oder das der Itala sich anschliessende Fremdwort parabola nehmen konnte, welches letztere von Quintilian zuerst gebraucht und ebenfalls mit similitado zusammengestellt wird 1. c. VI, 3, 59 und VIII, 3, 17; 2. qass er aber nicht sowohl kürzere und nicht durchgeführte Gleich- nisse(wie es z. B. Luc. 13, 20 f. ist), sondern auch die unter I. erwähnten Gleichnisse bei ihrer Besprechung der Abwechslung halber durch similitudines bezeichnen konnte(wie er es z. B. Pat. 12 und Poen. 8 mit Luc. 15, 3 ff. thut). Endlich geht hieraus hervor, dass Ter- tullian ⸗αοονμια nicht mit einem dem Begriffe der πα̈5ον gleichkommenden lateinischen Worte wiedergeben konnte, weil zur σαασ⁴Q qas Moment der Vergleichung notwendig, bei der αeροι⁵μ⁵εο aber erlässlich ist. Darum bildet auch bei Quintilian letzteres den Uebergang vom exwemplum zur similitudo. 1³³) Insofern nun nach Quintilian das exemplum dem simile sehr nahe steht, zu letzterem aber auch das Bild gehört, ¹³⁴) für dessen Bezeichnung Tertullian imago mit figura wechseln lässt, hätte Tertullian auf das im Evang. Joh.(10, 6) gebrauchte αοιεμο durch figura hindeuten können, auch wenn nicht aus einer Vergleichung von Joh. 10, 15 mit 7 16 hervorginge, dass wir es dort nicht mit einem nur eine einseitige Vergleichung enthalten- den Sprüchwort, sondern mit einem vollständig durchgeführten Gleichnisse zu thun haben. ¹³⁵)

Dass aber das Wesentliche der Parabel in der Durchführbarkeit der vergleichenden An- wendung sämtlicher in derselben enthaltenen Beziehungen liegt, hebt Tertullian immer wieder von neuem hervor; dass er dies in zahlreichen Neubildungen thut, zeigt nur, wie wenig gefördert die Erkenntnis des Begriffes selbst noch war. Wenn übrigens zur Bestimmung desselben die Parabeln des Neuen Testamentes für immer einen grundlegenden Charakter haben werden, so kounte das klassische Heidentum für αασα⁴ονυν zunächst gar keine andern als nur allgemeine Erklärungsgründe haben, während Tertullian um so mehr Anlass hatte, das Wesentliche des Begriffes festzustellen und hierdurch einer Verwechslung desselben mit αmεοινμα vorzubeugen. So sagt er dann zunächst im allgemeinen, anknüpfend daran, dass der auf dem Steinigen ver- brannte und verdorrte Same die Hitze der Verfolgungen figürlich darstelle(figurat), dass dieses, wenn es nicht(genau) so verstanden würde, wie es gesprochen sei, unzweifelhaft etwas anders bedeute(sapiunt) als es heisse(Sonant), und ein anderes dem Wortlaute(in vocibus), ein anderes dem Sinne nach(in sensibus) sei, nämlich als Allegorien, 156) Parabeln, Rätsel

¹33) Ib. 21: Cui confine est αανροσιιμμιασς genus illud quod est velut fabella brevior et per allegoriam accipitur. Non nostrum, inquit, onus: bos clitellas.

134) Ib. 24: illud genus quod eizæGv Graeci vocant quo exprimitur rerum aut personarum imago.

135) So setzt Seneca(Ep. 59, 6) imagines und parabolae im allgemeinen gleich, wenn er sagt: invenio imagines quibus si quis nos uti vetat et poetis illas solis judicat esse concessas, neminem mihi videtur ex antiquis legisse: illi qui simpliciter et demonstrandae rei causa eloquebantur, parabolis referti sunt, etc.

16) Ebenso heisst es Marc. 3, 5 pleraque jigurate(NB.) portenduntur per aenigmata et allegorias et parabolas aliter intelligenda quam scripta sunt. Nach Quint. Inst. Or. VIII, 6, 44:»At ᷣναƷηαοοεα duam inversionem interpretantur, aliud verbis aliud sensu ostendit« würden diese Worte sich hauptsächlich auf die Allegorie zu beziehen haben; qa aber»haec allegoria quae est obscurior, aenigma dicitur«(l. c. 52), können sie von dieser aus auch auf das Rätsel bezogen werden, aber auch auf das Gleichnis, insofern dieses zwar auf die eine Seite eine Allegorie stellt, dieselbe aber auf der andern Seite in den eigentlichen Sinn übersetzt und so vollkommene Parallelen aufstellt.« Zu letzterem vgl. Quint. Inst- Or. VIII, 3, 77: In omni autem parabole aut praecedit similitudo, res sequitur, aut praecedit res et similitudo sequitur cum re, cuius est imago, connectitur collatione invicem respondente.