Aufsatz 
Die Grundsätze und Mittel der Wortbildung bei Tertullian : Fortsetzung / von G. R. Hauschild
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das Richtige getroffen haben mag, kann das Beispiel GCicero's bezeugen, welcher Plato's ⁴α.σσμα gleichfalls durch prowerbium wiedergiebt. ¹²⁵) Eine andre Frage würde aber die sein, ob proverbium auch im besondern dem gleichkommt, was αοινια als Uebersetzung von dvFd ausdrücken soll. Das hebräische Wort bedeutet nach Gesenius zunächst allgemein jede dar- stellende Rede höheren Tones und künstlerischer Form, dann speciell: Gleichnis, Parabel; Spruch, Denkspruch, dessen Eigentümlichkeit ursprünglich keineswegs in der Vergleichung oder der Einkleidung in Bildrede lag, sondern in dem Pikanten, Körnigen des Ausdrucks, der aber nach dem Geist des Orients meistens eine gewisse witzige Vergleichung enthält. Weil dergleichen kurze Sprüche oft sprüchwörtlich werden, so ist es 3. Sprüchwort(und 4. Spott- lied). Diesen verschiedenen Bedeutungen des hebräischen Wortes ist es zuzuschreiben, wenn die LXX es selbst in dem danach genannten Buche bald durch ααιουνιι(Prov. 1, 1), bald durch .άό6οάα(Prov. 1, 6), bald durch aαdεiᷣα(Prov. 25, 1) übersetzen, während sie es ausserhalb dieses Buches stets durch σσα ⁵ομ wiedergeben. Hand in Hand hiermit geht die Uebersetzung der Vulgata, welche dofd stets mit Ausnahme von Ez. 12, 22 f., wo es proverbium ist durch parabole bez. durch parabola wiedergiebt, wenn es allein steht; wo es aber in Verbindung mit dem gleichlautenden Verb auftritt, übersetzt die Vulgata diese figura etymologica, welche die LXX gar nicht ausdrücken, so, dass parabola meist dem Substantivbegriff, proverbium(nur einmal nicht) dem Verbalbegriffe zu dienen scheint. ¹²⁵) Dass nun Tertullian παοοR 8G α trotz des in den LXX sonst dafür gebrauchten αυαα⁵οαi nicht durch parabolae wiedergeben wollte, mag einmal seinen Grund darin haben, dass er dann nur einen griechischen Ausdruck durch einen andern wiedergegeben haben würde, womit dem Verständnisse in nichts gedient sein konnte, sodann, dass er parabolae selbst in einem besondern von der Bedeutung des proverbium sich unterscheidenden Sinne gebrauchte, der übrigens, wie aus dem Folgenden hervorgehen wird, selbst noch so wenig in das sprachliche Bewusstsein der Lateiner übergegangen und dem Volke zum Verständnis gekommen war, dass Tertullian bei Anwendung desselben sich meist noch umschreibender und erklärender Wendungen bedienen musste. Dem Sprachgebrauch der Itala folgend gebraucht er nämlich erstens überall da parabola, wo sich auch im Neuen Testamente ..οασροό zur Bezeichnung eines durchgeführten Gleichnisses findet; ¹²⁷) zweitens wendet er parabola auch da an, wo im Neuen Testamente zwar Gleichnisse und gleichnisartige Reden des Herrn mitgeteilt werden, aber ohne dass sie dort durch αααοαπι, in der Itala durch parabola

12⁵) Plat. Rep. I, 329 A: οmλη5ιαηάάά ⁴μ συσνερμεε τνια eis raντs ανοαννσνσαρρα λμ³αeν xovres, ααoννπαεςσ τανμν ασααχ̈ r⁴. ροσιμιασν, vgl. mit Cic. Sen. 3, 7: Saepe enim interfui querelis aequalium meorum pares autem vetere proverbio cum paribus facillime congregantur etc. Vgl. auch Quint. Inst. Or. V, 11, 21 und 41.

126) So Ez. 18, 2(112 vdox d-ed) parabolam vertitis in proverbium istud; lib. 3: erit parabola haec in proverbium vd ded pl; ib. 24, 3: et dices per proverbium parabolam r ed); letztere Wendung ist ib. 17, 2 durch narra parabolam wiedergegeben.

¹27) Diese Stellen sind Matth. 13, 3 in Scorp. 11; Luc. 12, 16 in Or. 6 und Marc. 4, 28; Luc. 15, 3 ff.

in Pud. 7, 9 ff. 13 und Marc. 4, 32; Matth. 13, 36 in Praescr. 31; Luc. 12, 41 in Marc. 4, 29; Luc. 18, 1 in

Marc. 4, 36; Luc. 19, 11 in Marc. 4, 37 und 39; Luc. 21, 29 in R. C. 22; Matth. 13, 33 in R. C. 32; Matth. 21, 33 in Prax. 26.

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