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haupt(1) geäussert, kann noch vernünftig sein, wie z. B. wenu Gott als der Gute dem Guten qas Heil zu sichern trachtet, oder wenn der Apostel uns das Streben nach der Verrichtung von etwas Gutem erlaubt. ¹⁰⁹)
Wenn nun so viel feststeht,»dass gegen Ende des zweiten Jahrhunderts das ganze Werk(der»Itala«) abgeschlossen und jedenfalls in Afrika in Gebrauch war«, und»Tertullian wenigstens sämtliche Bücher beider Testamente in dieser Uebersetzung kennt«(Ott in Jahrbb. für class. Philol. 1874 S. 758), so wird zwischen beiden Neubildungen in Bezug auf ihre Ur- heber in der Weise zu scheiden sein, dass concupiscentia der»Itala« zuzuweisen ist, concupi- scentivum aber als»specifisches Eigentum Tertullian's«, durch den für ihn wesentlich bestimmenden Einfluss der»Itala« hervorgerufen, zu betrachten ist. Ueber die Trefflichkeit beider Bildungen ihrer Bedeutung nach habe ich mich schon oben ausgesprochen, über das Auffällige der Bil- dung von»concupiscentivum desgleichen. Darum bleibt mir hier nur noch übrig zu zeigen, dass „concupiscentiac in Bezug auf seine Bildung keinen Anstoss erregen kann. Denn um von den vielen von präsentischen Participien abgeleiteten substantivischen Neubildungen, durch die sich gerade Cicero's philosophische Werke auszeichnen(wie z. B. fid-e-ntia, dif-fid-e-ntia, in- dole-ntia, malevol-e-ntia, ex-supera-ntia), brauche ich nur zu erinnern an das oben schon erwähnte, von ihm für Sbας bez. Suνμοσς eingesetzte ex-cand-e-sc-e-ntia, um die offenbare Uebereinstimmung mit dieser Bildung für con-cup-i-sc-e-ntia darzuthun.
Man darf annehmen, dass, abgesehen von den oben auseinandergesetzten sachlichen Gründen, Tertullian ebenso durch die»Itala« zu der Auffassung von Su⁴ας u. s. w. gelangte, wie sie sich in seinem indignativum ausspricht. Unter den directen Citaten Tertullian's aus dem Neuen Testamente(bei Roensch a. a. O.) findet sich aber leider nur eines, in welchem, wenn der Text überhaupt richtig ist, Suuos offenbar durch indignatio übersetzt ist. Es ist Eph. 4, 31: xaã νεια να ευνμς εα οοννμαά zoαυνι νηα SXaαασρρααμέ εεεατ επν., citiert durch: Omnis amaritudo et ira et clamor et blasphemia(FW.) et indignatio auferatur ete.(R. C. 46). Denn wenn hier der nachträgliche Anschub von indignatio richtig ist, so wird es wohl als Ueber- setzung von Swες aufgefasst werden müssen, da xν in Bibelcitaten bei Tertullian stets durch ira bez. iracundia übersetzt wird, ebenso wie οννεεασνεα qurch irasci. 1⁰⁹)
Die Thätigkeit, in welcher das indignativum sich zu erkennen giebt, wird von Tertullian natürlich als indignari bezeichnet(indignabitur deus ratioualiter quibus scilicet debet— Nam et malo indignabitur: in dieser Verbindung sehr bezeichnend! Deun dem Gotte, der nur gut sein kann, geziemt es nicht mit dem Bösen freundlich[vgl. oben bei Plato ρıς und
¹09) An. 16: concupiscet deus rationaliter, quae digna sunt ipso. Nam— et bono concupiscet salutem. Dat et apostolus nobis concupiscentiam: Si quis episcopatum(NB.) concupiscit, bonum opus concupiscit.(Directes Citat aus 1. Tim. 3, 1: el ιι εμπαιάινπ 596εꝙτιαι„‿ Qχάd̈¶õ VC koyov nιε t t?). Sed bonum opus dicens,
rationalem concupiscentiam ostendit. 10°) Die Vulgata bietet an dieser Stelle: Omnis amaritudo et ira et indignatio et clamor auferatur,
so dass sie gerade dο„ν mit indignatio gleichzusetzen scheint. Dagegen übersetzt sie Col. 3, 8:„vpb Aτ6&,Ds*œα duεες τ αἀ ντα, 5 νν υμινmνκ*. durch: Nunc autem deponite et vos omnia, iram indignationem etc., wo also Svio⁵ richtig mit indignatio wiedergegeben ist. Gal. 5, 20 übersetzt sie Suuα 89 ν ν durch irae rixae, 2. Cor. 12, 20 dagegen durch animositates dissensiones. Das für die Uebersetzung
des Ovl*νν als A*ναναάωυκνεννπιυνινκν mit in Frage kommende dαά̈ W-z tein aber giebt sie ohne solches Schwanken
stets nur durch indignari wieder.


