Aufsatz 
Tertullian's Psychologie und Erkenntnisstheorie / dargest. von G. R. Hauschild
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Die Frequenz des Gymnasiums ist wieder um ungefähr 40 gegen das Vorjahr gestiegen und hat also im laufenden Wintersemester zuerst die höchste nachweisbare Schülerzahl, welche unsre Austalt im Laufe ihres 350 jährigen Bestehens gehabt hat(450, im Jahr 1629/30), über- schritten. Sie wird voraussichtlich im nächsten Schuljahr auf über 500 steigen. Bei dem grossen Zudrang zum Eintritt in das Gymnasium wäre die Errichtung einer dritten Sexta zu Ostern 1879 eine Wohlthat für das Fublikum und für das Gymnasium selbst gewesen, allein die Patro- natsbehörde lehnte diesen Vorschlag ab festhaltend an dem nur auf 15 Classen berechneten Etat vom 28. August 1877, und wies auf die Nothwendigkeit der Gründung eines zweiten Gymnasiums hin. Ueber diese Frage schweben noch die Unterhandlungen zwischen den städtischen und staatlichen Behörden. Die unteren und bald auch die mittleren Classen da in dieselben bis zu 50 Schülern aufgenommen werden dürfen(siehe S. 82) sind bei dem jetzigen Zustand der Dinge nicht vor Ueberfüllung zu schützen. Leider haben auch schon seit Ostern 1879 in Bezug auf den Eintritt nicht-einheimischer Schüler Beschränkungen stattfinden müssen, zunächst freilich nur für die untersten Classen, doch wird bald für die nächstfolgenden dasselbe geschehen müssen. Wer noch nicht das volle Alter für Sexta hat(9 Jahre), wird ohne Weiteres zurückgestellt. Wenn mehr Petenten zur Aufnahme sich melden, als den Maximal- zahlen(siehe S. 82) nach zugelassen werden können, sollen nach der Entscheidung des Königl. Provinzial-Schulcollegiums vom 10. April 1879 unter denen, die dem Alter und den Vorkennt- nissen nach zur Aufnahme befähigt sind, die älteren den jüngeren vorgehen. Das Schulgeld ist durch Verfügung des Hochlöblichen Curatoriums vom 12. November 1879, von Ostern 1880 an von 120 M. auf 150 M. erhöht; die Folgezeit muss lehren, ob diese Maassregel die Frequenz der Anstalt herabdrücken wird. Jedenfalls ist es zu bedauern, dass dadurch auch die freies Schulgeld gewährenden Stipendien-Stiftungen genöthigt sein werden mehr Bittsteller als sonst abzuweisen.

Der Nachmittags-Unterricht ist seit Ostern 1879 in seinem vollen Umfange wiederhergestellt(siehe das vorj. Progr. S. 95); dadurch wurde es ermöglicht, den dritten (Mittwoch) Morgen in der Woche von 11 Uhr an von wichtigeren obligatorischen Lectionen freizuhalten, damit die Schüler der mittleren Classen auch an diesem Morgen den pfarramtlichen Religionsunterricht für die Confirmanden besuchen können. Dies ist seit Michaelis 1879 bei Anlegung des Stundenplans berücksichtigt worden. Der Aunfang des Nachmittags- unterrichts war im Sommer um 3, im Winter in Gemässheit der Verfügung des Curatoriums vom 8. October 1879 um 2 Uhr.

Im Herbst 1879 wurde der Vorrath an Subsellien vervollständigt, so dass nun das Gymnasium von den bisher noch in einzelnen Classen vorhandenen Sitzen nach dem alten un- vollkommenen System befreit ist. Für die dabei bewiesene Liberalität danken wir bestens. Da unsere Anstalt im Laufe der letzten Jahre fast überall mit neuen Schulmobilien u. s. w. aus- gestattet ist, wird nunmehr die Anlage neuer Inventarien geschehen müssen, wozu im folgenden Sommer am besten Zeit sein wird.

Vom 9.13. Mai 1879 wurde das Gymnasium einer gründlichen, alle Classen, Unter- richtszweige und Einrichtungen umfassenden Revision seitens der Königl. Aufsichtsbehörde unterworfen. Der Revisor Herr Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel hatte die Güte, der ver- sammelten Conferenz am 13. Mai, in voller Anerkennung der städtischen Verwaltung und der

Thätigkeit der Lehrer, sich dahin auszusprechen, dass dies Gymnasium eines der besten der 11