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des Theologieprofeffors und Superintendenten Johann Georg Rolenmüller der Profelſor Heinrich Martin Gottfried Költer(1786—1799) folgte, von dem hauptſächlich die Reform von 1775 ausgegangen war. Man hatte damals die fünfte Lehrerftelle wieder abgeſchafft, um mit deren Beloldung die Gehalte der drei oberen Lehrer etwas erhöhen und einen Maitre und einen beſonderen Schreiblehrer um Pädagogium anſtellen zu können, aber dadurch ſah man ſich genötigt, die zwei unteren Klafſen wöchentlich in 6 Stunden zu kombinieren und lo in Religion, alter Geſchichte und deutlchem Stil Schüler von 8—16 jahren zu vereinigen. Dabei war es ſchon an lich ein Mißſtand, daß überhaupt damals nur drei Klaſſen mit je zweijährigem Kurs vorhanden waren. Auch fehlte es an Geld für eine wünſchenswerte Ausgeltaltung der Bibliothek und für Anſchaffung mathematiſcher, phyſi- kalilcher und anderer Lehrmittel; die Lehrerbefoldungen waren unzureichend; die Pädagogkommifſion, damals aus allen Profeſloren der philoſophiſchen Fakultät beftehend, zu ſchwerfällig. Die Schülerzahl war recht gering; wir hören. daß lie in den letzten Jahren des Jahrhunderts höchſtens 60 betragen habe, wovon auf Prima gewöhnlich 12—15 gekommen leien. So erhielt denn unter Köfters Nachfolger, dem Dis Neu Gelchichtsprofeflor Roos, der von 1779 bis von 18063. 1804 Pädagogiarch war, das Pädagogium wieder eine neue Ordnung. Hatte die urſprüngliche Gießener Pädagogverfaſſung, wie ſie in den Univerſitätsſtatuten von 1629 enthalten war, einſt dem Darmſtädter Pädagogium bei ſeiner Gründung 1629 als Vorbild gedient, ſo wurde jetzt die Gießener Anſtalt nach dem Multer der Darmſtädter neugeftaltet. Dieſe war damals auf Anregung des Minilters von NMoſer durch Helfrich Bernhard Wenck, der ſie von 1769— 1803 leitete, im Sinne der Aufklärung umgeltaltet worden und zu einer gedeihlichen Eutwicklung gelangt. Von Wenck ſtammte auch die neue Verfallung, die das Gießener Pädagogium 1803 erhielt.
Eine vierte Klafſe(Quarta) wurde jetzt eingerichtet, ebenſo wieder die fünfte Lehrerftelle. Die Beſoldungen der
1 Von ihm handelt im Programm des Gießener Pädagogiums von Oſtern 1805 Wilh. Ludwig Zimmermann,„Ueber Roofe's Charakter als Menſch und Verdienfte als Lehrer“. Roos“ hatte alszLehreram Pädagogium mit einem Kollegen, K. Fr. Heyler, eine pädagogiſche Zeitſchrift„Archiv für die Erziehungskunft“ herausgegeben, von der 1775— 1785 8 Bände erſchienen ſind.


