Aufsatz 
Geschichte des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums zu Giessen / von August Messer
Entstehung
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zulammenzubringeni, was natürlich ſeinen Einfluß und ſein Anſehen noch ſteigerte. Offenbar war Benner ein ehrlicher Geſelle, aber ſehr lelbſtbewußt, herrſchlüchtig und unduldſam. Als er geſtorben war, ſchrieb der damalige jJuriſtenprofelſor, der nachmalige Minifter Gatzert, triumphierend nach Darm- ſtadt:Der große Pan ilt tot! Wie ein Alp lag dieler Mann ſchließlich auf Univerſität und Fakultät; er war es, der keine neuzeitliche Strömung aufkommen ließ und der Aufklärung, die bereits in der theologiſchen Fakultät anfing lich geltend zu machen, ein geſchworener Feind bis an ſein Ende blieb.²

Daß ein lolcher Mann auch manche perlönliche Bahratüber Gegner fand, ilt wohl begreiflich. So ſtand er in ſcharfer Fehde mit dem bekannten, freilich

auch etwas berüchtigten Aufklärungstheologen Karl Friedrich Bahrdt. Weil ihm dieſer als Freigeilt verdächtig war, hatte Benner ſchon ſeine Berufung nach Gießen zu hinter- treiben geſucht. Er hat dann während deſſen Wirkſamkeit an der Univerſität ſtändig auf dem Kriegsfuß mit ihm gelebt. Bahrdt leinerſeits hat in ſeiner Selbftbiographie ein Bild von Benner entworfen, in dem ſein Haß gegen ihn durchlcheint, das wir aber mitteilen wollen, weil es von kulturhiſtoriſchem Standpunkt aus nicht ohne Üntereſſe iſt. Er ſchreibt:Dieſer Mann ohngefähr 80 Jahr alt ein wahres Genie mit vielen Kenntniſſen verlehen ein guter Lateiner ein witziger Kopf aber ganz gemacht, Lojola's Nachfolger zu werden voller Ränke, und Intriguen und in Seligkeit ſchwimmend, wenn er einen recht ängltigen und quälen konnte und beide Augen, wenn er lachte oder vielmehr grinzte, mit hundert Falten umkränzt, für mich das phyſiognomilche Zeichen des fallchen und tückiſchen Menlchen..... In ſeiner Perlon vereinigte ſich alles, was die Herzen der Einfältigen zu täuſchen und zu betören erforderlich war. Er war ein alter Greis, den ſein hohes Alter ſchon überall ehrfürchtig machte. Er war der

1 Zum Vergleich diene, daß der gleich zu erwähnende Theologie- profefſor Bahrdt, der ſelbſt kein Sparer war, der für ſein Weib und feine drei Kinder zu ſorgen hatte, der eine Köchin, eine Kinderfrau, hernach auch einen Kutſcher mit 2 Pferden hielt, von ſeinen 900 fl. Gehalt jährlich 50 zurücklegen konnte.Gelchichte ſeines Lebens, Bd. II(Berlin 1791) 154 f.

2 Drews,Das Eindringen der Aufklärung, a. a. O. 36. 3Geſchichte ſeines Lebens, II, 143 ff.