Aufsatz 
Geschichte des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums zu Giessen / von August Messer
Entstehung
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1758 1775 an der Anſtalt wirkte. Er war ein Sohn des 1735 verſtorbenen Gießener Superintendenten Johann Jakob Rambach. Daß er eine Neubearbeitung der am Pädagog gebrauchten hallilchen Grammatik vornahm, wurde ſchon erwähnt. Auf ſeine Anregung wurde ebenfalls um dem Mangel an guten Sitten bei den Schülern abzuhelfen eine Tanzſtunde für ſie eingeführt. Bedeutlamer war, daß er die Errichtung einer Bibliothek am Pädagogium durch- ſetzte. Als Grund dazu führt er in einerNachricht über dié Gründung der Pädagogbibliothek an,daß die Zeiten täglich ſchlechter würden, lo daß unſere pädagogici ſich kaum die nötigen Schulbücher anſchaffen können und dann bey einem ſo hoch geſtiegenen Flor der deutſchen Literatur es höchſt nötig wird, der Jugend auch die beſten deutſchen Schriftlteller in die Hände zu geben, damit ſie bey Zeiten einen feinen Gelchmack in der Mutterſprache erlangen. So wurde für die Schülereine auserleſene Sammlung deutlcher Schriften beſchafft, die zur Bildung des Herzens und Geſchmackes dienen ſollten, daneben wurde zum Nutzen der Lehrerauch für die beſten Lehrbücher von der Erziehung und Unterricht der Jugend, nicht minder für einige gelenrte Journale und andere gemeinnützige hiftoriſche Schriften gelorgt.

Auch als Gelchichtsſchreiber hat ſich Rambach betätigt. Er hat die alte Beſchreibung Gießens, die der erfte Pädagogiarch Konrad Dieterich ſeinenInftitutiones rhetoricae(von 1613) einverleibt hatte, in deutſicher Ueberſetzung, mit ſehr umfang- reichen Erklärungen und Ergänzungen verſehen, imGießer Wochenblatt von 1771(19.25. Stück) wieder heraus- gegeben. Auch legte er ausgedehnte Sammlungen von Nachrichten und Urkunden zur Geſchichte der Univerſität und des Pädagogiums an, die noch in der Gießener Gymnaſialbibliothek aufbewahrt werden und die z. T. von Ludwig Schädel in dem oben erwähnten Programm veröffent- licht wurden.

So zeitgemäß die Tätigkeit Benners im Anfange

Arifte ſeines Direktorats erſcheinen mochte, lo viel Benner. Widerſpruch und Tadel erfuhr ſie in der letzten LZaeit. Dafür fehlte es wohl nicht an ſachlichen Gründen; eine gewiſſe Verknöcherung mochte an der Anſtalt

¹ Ueber ihn vgl. Paul Drews, Feftſchrift II, 263. Klein, Feftzeitung II, 15. 3 Abgedruckt bei Klein, 9.