Aufsatz 
Geschichte des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums zu Giessen / von August Messer
Entstehung
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als Lehrer am Pädagogium tätig gewelen. Er ward neben ſeinem Pädagogiarchat 1735 außerordentlicher, dann 1740 ordentlicher Profeflor der Theologie und Superintendent. Er hat allo im ganzen 61 Jahre an der Anltalt gewirkt. Kaum war er ihr Leiter geworden, ſo reichte er Reform- vorſchläge bei der Regierung ein, die auch genehmigt wurden.- Danach wurden beſſere Lehrbücher eingeführt und größere Einheitlichkeit hergeftellt zwilchen dem Unter- richt an der Univerſität, am Pädagog und an der auf das letztere vorbereitenden Stadtlchule. Die Zahl der Geſchichts- ſtunden wurde von 1 auf 2 erhöht, und ein beſonderer Geographie-Unterricht eingeführt;? im Griechiſchen foll neben dem Neuen Teſtament noch einetwas ſchwererer Scriptor wie ſchon unter May gelchehen,mit selectioribus ingeniis traktiert werden; im Lateiniſchen wird der Phaedrus neu eingeführt. Im Religionsunterricht wird wohl ein Symptom der Wiedererſtarkens der Orthodoxie die Zahl der Stunden in Prima von. 2 auf 4 erhöht. Es foll darin ein Theologie- Compendium(Langii oeconomia salutis evangelica) behandelt werden, das an die Stelle der Institutiones catecheticae des erſten Pädagogiarchen Konrad Dieterich getreten ift, weil in letzterenviele Sachen vor die Jjugend zu ſchwer und ſcholaftilch vorgetragen werden. Wegen der großenruditas morum, die offt bey jungen Leuten ex prava educatione angetroffen wird, ſoll manin jeder hora privata ordinaria, etwan die letzte Viertelſtund darzu anwenden, daß eine Anweiſung zur Ablegung unanſtändiger Sitten, und zu einer höflichen Conduite gegeben würde, daran der Docens die in usum paedagogii Hallensis edierte Handleitung zu wohl- anltändigen Sitten(Halle 1733) gebrauchen könte. Durch Benners Verdienft wurde auch 1735 ein Fond zur Unter- ſtützung armer Pädagogſchüler begründet, der 1773 auf über 2000 fl. angewachſen war. Ebenſo gelang es ihm, die 1715 aufgehobene 5. Lehrerftelle wieder zu gewinnen.

Einen hingebenden Mitarbeiter fand Benner F.Rambach. in der zweiten Hälfte leiner Amtstätigkeit an dem Pädagoglehrer Magilter Franz Rambach,s der von

1 Abgedruckt bei Diehl I, 247 ff.; zum Folgenden vergl. II, 112 ff.

2 Vgl. Diehl I, 249 und II, 297.

5 Vgl. Joh. Val. Klein,Einige das Gießer akademiſche Pädagog, beſonders deſſen Bibliothek und deren Gründer Jakob Theodor Franz Rambach betreffende Nachrichten und Bemerken. Programm des Gießener Pädagogs von Oſtern 1829.