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eine außerordentliche für die hebräiſche Sprache, aber er veröffentlichte auch hiftoriſche Arbeiten und treibt theologilche Studien; 1610 übernimmt er eine theologiſche Profelflur. Seine Hauptwirklamkeit lag aber auf pädagogilchem Gebiet. Zuſammen mit ſeinem Univerlitätskollegen Fincki gab er 1606 eine lateiniſche Grammatik heraus. Sie erſchien zu Gießen unter dem Titel„grammatica latina“ anonym und wurde gewöhnlich als„Gießener Grammatik“ bezeichnet. Sie wurde am Gießener Pädagogium, für das ſie zunächft beſtimmt war, lehr lange gebraucht. Zwar erfahren wir, daß 1723 die„teutſche halliſcne Grammatik“ eingeführt wurde, aber tatächlich war ſie noch 1769 neben dielſer in Gebrauch. Ebenſo wurde ſie an der Gießener Stadtſchule dis 1735 allgemein benutzt und erft 1770 gänzlich abgeſchafft. Sie fand aber auch außerhalb Gießens weite Verbreitung. Sie zeichnete lich durch gelchickte Auswahl, Anordnung und Fafſſung der Regeln aus;? durch beſondere Zeichen war Anweilung gegeben, auf welener Stufe die einzelnen Regeln zu lernen waren. Im Jahre 1608 gab Helwig eine hebräiſche Grammatik heraus, in demſelben jahre mit leinem Kollegen C. Bachmann eine lateinilche Poetik, 1610 eine Anweiſung zur griechiſchen Verſifikation.
Aber auch von anderen Gießener Profefloren wurden damals Lehrbücher geſchaffen, Io z. B. für den Religions- unterricht, für Logik(Dialektik) und Rhetorik von dem Pädagogiarchen Konrad Dieterich; alle in ausführlicher und kürzerer Faſfung.; Auch auf dem Gebiet der Pädagogil- war es wohl die Konkurrenz mit Marburg, die dazu trieb, den pädagogilchen Reformen des Landgrafen Moritz Eben- bürtiges oder Belſeres von lutheriſcher Seite entgegenzuſtellen. So kam es, daß für das Gießener Pädagogium eine Arbeit geleiltet wurde, die auch einem großen Teiſ des lutheriſchen
1 Ueber ihn vgl. Diehl II, 22.— Allgemein ſei bemerkt, daß ſich biographiſche Angaben über die im Laufe unſerer Darſtellung er- wähnten Gelehrten zumeift auch finden bei Fr. W. Strieder,„Grund- lagen zu einer hefſiſchen Gelehrten- und Schriftſtellergeſchichte“, 18 Bände, von 1781—1819, bei H. E. Scriba,„Biographiſch-literäriſches Lexikon der Schriftfteller des Großherzogtums Hefſen im erſten Viertel des 19. Jahrhunderts“, Bd. I, 1831, Bd. II(die Schriftſteller des Jahres 1843) 1843, und bei Hamberger und Meuſel,„Gelehrtes Teutſch- land oder Lexikon der jetzt lebenden teutſchen Schriftſteller“, 23 Bände, 1796—1834.
²2 Nach dem Urteile Siebecks, Feſftſchrift II, 318. 3 Vgl. Diehl II, 22.


