Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Großh. Gymnasiums zu Gießen für die Dreijahrhundertfeier am 10. Oktober 1905 auf Grund von Mag. Franz Rambachs Sammlungen / bearb. und hrsg. von Ludwig Schädel
Entstehung
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Hoc anno per militem Caesareum Marpurgum occupatum et misere direptum est, arx oppugnata, relicta tamen rursum sub finem anni Vid. Valter.[?] p. 163.

A. 1648. iſt zwiſch. den fürſtl. Häuſern Caſſel und Darmſtadt wieder Friede geſtiftet worden Vid. Ehreng. Georg. II p. 206. Scil. bello implicitus Georgius II cum mutuis et paribus cladibus utrinq. dimicatum aliquamdiu esset Gissaeq. postremo Gallorum pariter ac Suecorum exercitus excidium minarentur Eber- steiniusq. ad Francobergam infelicius pugnasset transactioni tandem rem omnem commissit, servaturus patriam potius, quam infesto eam bello ulterius grava- turus. Actum tunc de communione acad. inter domum Cassel et Darmſt. pactis 14 April. initis. Vid. Hiſt. der Gelahrth. der Heſſen Vol. 1 p. 150.

Pacta exstant sub Titulo: Hauptvergleich, quibus inter alia cavetur: Die Univerſität ſoll beid. fürſtl. Teilen gleich gemein ſeyn. und ſoll. der Univerſität güter und gefälle wieder in den Stand geſetzt werden, wie ſie 1604 bei Abſterb. HEn. Land⸗ graf Ludwig, des ältern geweſen, was aber Heſſ. Darmſt. oder Heſſ. Caſſel von ſeinen eignen Mitteln, als bei demſelb. gedachte Univerſ. geweſen mehr an Einkünft. und ſonſt dazu geſchlagen, das ſolle iedem Theil zum Voraus bleib. und alleine. Und habe Heſſ. Caſſel ſein. damals zuviel genommen. Antheil wieder dahin zu wenden. Es haben ſich aber beide fürſtl. Theile vorbehalten im fall inskünftig über Verhoffen bei ſolcher gemeinſchaft Irrung und Ungelegenheit vorfallen oder es ſonſt einem oder anderm Theil beliebig ſeyn werde, daß alsdann demſelben bevor und frey ſtehen ſolte eine eigne Univerſität anzurichten, wenn und wo es demſelben gefällig und zu ſolchem Ende die Helfte aller Univerſitäts intraden und was ſonſten zur Univerſ. gehörig ohne einige Hinderung ab und zu ſich nehmen. Auf welchen Fall beliebt worden, daß weil Heſſen Darmſtatt ohne das die Kaiſerliche privilegia der gieſiſch. Univerſität noch in Händ. und ſich derſelb. gebrauch. könne, die Marburgiſche Heſſen Caſſel zu ſolchem Behuf gelaſſen werden ſolte. Und dieweil die Univers. intraden, wie ſie vor allem dazu geſtiftet worden, alſo beſchaffen, daß davon ein größer. Teil aus dem Niederfürſtenthum Heſſ. als aus dem Oberfürſtenthum und andern Orth. ſo Heſſen Darmſtatt zuſtändig ſeyen, iährlich erhob. worden, ſo hat Heſſencaſſel bedingt, auf den Fall der Separation der Univerſ. die Übermaaß dem fürſtl. heſſen Darmſtättiſch. Theil mit gelde 5 fl. auf 100 fl. Capital gerechnet, zu entricht. Exstant pacta ipsa in der documentirt. Geſchichts Erzehlung p. 11 vbi docetur: Es haben ſich bey dieſer neuen Verfaſſung ſonderlich ob religionis disparitatem gleich balden ſo viele Schwierigkeiten gefund., daß beide fürſtl. Theile die ohne dieß nicht zu Stande gekommen. neue Gemeinſchaft aufgehoben vt ad a. 1650.

Periodus IIIia.

Memorabilia de anno 1650 ad nostra vsq. tempora.

A. 1650. Restauratio Giss. Academiae peracta post pacta de divisione acad. inter domum Cass. et Darmst. inita d. 19. Febr. 1650 darin gemeldet wird, daß weil beide fürſtl. Theile Heſſencaſſel und Darmſt. ſich der 1648 14. April beliebt. Communion und gemein. Administration einer Univerſität nicht vergleich. können, ſondern nach verſchieden. Conferenzen und Überlegung der Sachen, aus allerhand er heblich. ſonderlich die Religion betreffend. Urſachen die Wiederzuſammenſtoßung der hiebevor vertheilt. Gefälle und Anrichtung der Gemeinſchaft bei der Univerſität zu