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das Ministerium und andre auswärtige Theolog. gehört. In der zwoten erſchien der regierende Herr Landgraf u. Printz Philipp ſamt dem gantz. ordine equestri. Un-⸗ mittelbar hinter dem fürſten gingen zween Edelknaben mit den akademiſch. Sceptern. Auf dieſe folgt. zween andre, deren einer die Bibel und die Statuta academica, der andre die 5 Sigilla trug, und ein dritter, der das Kaiſerliche privilegium academicum ſamt den fürſtl. privilegien hatte, nach dieſem aber kam der Secretarius Cancellariae, welcher die privilegien öffentlich ableſen ſolte. Die dritte Claſſe macht. die gelehrte gieſiſche und darmſtättiſche Räthe wie auch die anweſende fremde Räthe, Secretarien u. ſ. f. nebſt dem Stadtrath und der Räthe[siec!] Geſandt. aus.
Da man an die Kirche gekommen ſtellte ſich die erſte Claſſe in zwo Reihen bei der Hauptthüre und empfing die zwote Claſſe worauf ſich auch dieſe mit der dritt. in die Kirche begab.
Beim Eintritt in dieſelbe ließ ſich eine treffliche Muſic hören, die der Hof⸗ capellmeiſter ausführte. Darauf ward ein geiſtreiches Liede geſung. unter pauk⸗ und trommel⸗ Schall, beim Schluß deſſelben trat der Decanus der Theologiſch. facultät, (D. Menzer) auf die Cantzel und hielt eine inaugurations Predigt, die mit einem feurig. Gebet vor den Flor der neuen Akademie beſchloß. wurde. Als ſich dieſer ſeiner Session wieder genähert, trat nach einer kurtz. Zwiſch. Music der fürſtl. Cantzler Strupp(wahrſcheinlich vor dem Altar) auf und handelte kürtzlich in einer lateiniſch. Rede von den Urſach. die den Fürſt. bewog. das bisherige academiſche gymnaſium in eine univerſitat zu verwandl. Darauf befahl er dem Secretario Cancellariae die Kaiſer⸗ liche und Fürſtl. Privilegia abzuleſen. Und als er dieſelb. hernach aus deſſen Händ. erhalt., übergab er ſie dem neuen Rectori Magnifico, und Cantzler der Univerſität, D. Antonii ſamt den Statuten, Sceptern Schlüſſeln und Sigillen mit angehängt. fürſtl. Erinnerung. Dieſer übergab dies alles ſtückweis dem Univerſitäts notarius, der die Scepter den beid. univerſitäts Pedell. und die übrige Inſigni. fünf ſchön geputzt. Knaben zuſtellte, welche ſie nun auf Kiſſen trag. ſolt. Darauf hielt der neue Rector noch eine merkwürdige lat. Rede, die im Mscpt. vorhand. Nach Endigung derſelb. ließ ſich die Music wieder hören und unter derſelb., ging der Zug aus der Kirche nach dem Schloß in folgender Ordnung:
Zuerſt ging die Ritterſchaft(wie zuvor) der die Prälaten, Herren und Grafen und dieſen die fürſten folgten, welche den confirmirt. Rectorem Magnificum zwiſch. ſich genommen. und dann folgt. die Pedell. mit den Sceptern, die fünf Knaben mit den übrigen insignibus und der Univerſitäts notarius.
Hierauf kam der fürſtl. Cantzler und der erſte Prof. der Theologie D. Winckel⸗ mann. Nach dieſen die übrig. der Theologiſch. facultät Verwand., ferner die fürſtl. gelehrte Rathe und die Professores iuris alsdann die andern facultäten, weiter die fremd. herrſchaftl. Rathe und Vornehme Diner, wie auch der ehrbaren Städte Räthe und Geſandt. Dieſen folgt. alle übrige die dem erſtern Zug beigewohnt, die Ordnung aber in welcher ſie gefolgt, iſt uns unbekant. Während des gantz. Zugs ließ ſich eine ſchoen. Muſic mit Zinck. und Poſaun. von dem Thurn hören, wobei das grobe Geſchütz von den Wällen donnerte.
Von andern und mehrern Solennität. dieſes Tages findet ſich keine Nachricht, ob man gleich aller Wahrſcheinlichkeit noch mehrere nach der Kirche angeſtelt.
Winckelmann berichtet nur noch daß den bürgern ſo bald befohlen worden,
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